Ein zweijähriger Junge ist in der Toskana von einem Wolf angegriffen worden. Ein siebenjähriger Mischlingshund namens „Destiny“ stellte sich dem Raubtier entgegen und rettete dem Kind vermutlich das Leben – bezahlte den Einsatz aber mit dem eigenen Tod. Die Mutter des Kindes wurde bei dem Vorfall verletzt. Das berichten italienische Medien übereinstimmend.
Angriff beim Grillfest in Camaiore
Der Vorfall ereignete sich am Samstagabend gegen 20.30 Uhr im Ortsteil Orbicciano der Gemeinde Camaiore in der Provinz Lucca. Die Familie bereitete nach Medienberichten ein Grillfest im Garten vor, als ein ausgewachsener Wolf auf das Grundstück gelangte und sich dem spielenden Kind näherte. Die Hündin „Destiny“ stellte sich dem Wolf entgegen. Dieser biss das Tier in den Hals und tötete es. Die Mutter brachte ihren Sohn in Sicherheit. Als sie versuchte, den Hund zu retten, wurde sie verletzt und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Das Kind blieb unverletzt.
Debatte um Wolfsmanagement neu entfacht
Der Angriff sorgt in Italien für große Bestürzung und hat die Diskussion über den Umgang mit Wölfen neu angefacht. In den vergangenen Jahren gab es immer häufiger Sichtungen der Tiere in der Nähe von Siedlungen, wie Naturschutz- und Landwirtschaftsverbände mitteilen. Die Nationale Vereinigung zum Schutz der Umwelt und des ländlichen Lebens forderte nach dem Vorfall ein aktives Wolfsmanagement. Niemand verlange die Ausrottung der Tiere, hieß es. Bei Gefahren für die Bevölkerung müssten jedoch die nach europäischem Recht vorgesehenen Ausnahmeregelungen geprüft werden.
Bereits zweiter Wolfsabschuss in Südtirol
Das Thema Wölfe sorgt in Italien immer wieder für Aufregung, vor allem in der Dolomiten-Region Südtirol. Nach zahlreichen Wolfsrissen auf der Alm „Fojedöra“ in der Südtiroler Gemeinde Enneberg hat das Landesforstkorps kürzlich einen Schadwolf entnommen. Grundlage seien die in den vergangenen Wochen vom Landesforstkorps dokumentierten und bestätigten Schäden an Nutztierbeständen, bei denen mehrere Schafe und Ziegen gerissen wurden, so eine offizielle Pressemeldung des Landes Südtirol. Ziel der Maßnahme sei es, weitere erhebliche Schäden an den Herden zu verhindern. Es handelt sich um den zweiten genehmigten Wolfsabschuss in Südtirol innerhalb eines Jahres. Der erste erfolgte im August 2025. Beide Fälle waren höchst umstritten.



