Goebbels-Villa in Brandenburg: Organisation plant Zentrum gegen Antisemitismus
Goebbels-Villa: Zentrum gegen Antisemitismus geplant

Die ehemalige Goebbels-Villa auf dem Bogensee-Areal nördlich von Berlin verfällt seit Jahren. Nun gibt es neue Pläne für das historische Gelände: Eine internationale Organisation will dort ein Zentrum gegen Antisemitismus und Hass im Internet errichten.

Counter Extremism Project mit ehrgeizigen Plänen

Das Counter Extremism Project (CEP) hat sich an die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) gewandt, um auf dem Areal in der Gemeinde Wandlitz ein weiteres Standbein aufzubauen. CEP-Geschäftsführer Hans-Jakob Schindler erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass die Organisation sich allein auf das denkmalgeschützte Landhaus von NS-Propagandaminister Joseph Goebbels konzentrieren wolle. „Die können wir ohne Probleme renovieren“, so Schindler. Unterstützung erhält das Vorhaben vom renommierten Architekten Daniel Libeskind, der bereit sei, den Umbau zu begleiten.

Das Konzept wurde bereits vor mehr als einem Jahr bei der BIM eingereicht. Ziel sei es zunächst, ein gemeinsames „Memorandum of Understanding“ zu unterzeichnen. Die endgültige Entscheidung über die Zukunft des Geländes steht jedoch noch aus. Das Land Berlin hatte im vergangenen Sommer angekündigt, 13 Bewerber für eine mögliche Nutzung näher zu prüfen. Auch die Bundeswehr hatte Interesse an dem Areal bekundet.

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Vorbild: Villa von Auschwitz-Kommandanten

Das CEP hat bereits Erfahrung mit der Umnutzung von Täter-Immobilien. Die Organisation kaufte die ehemalige Villa des Auschwitz-Kommandanten Rudolf Höß in Südpolen und wandelte sie in ein Forschungs- und Bildungszentrum um. Das Auschwitz Research Center on Hate, Extremism and Radicalization (ARCHER) dient dem Kampf gegen Antisemitismus und Extremismus. „Wir nehmen Immobilien der Täter und nutzen sie für das Gegenteil“, betonte Schindler.

Die Sanierungskosten für die Goebbels-Villa werden auf eine niedrige einstellige Millionensumme geschätzt. Schwerpunkte der Arbeit könnten Propaganda und Radikalisierung in sozialen Medien sein. Der Beauftragte gegen Antisemitismus in Brandenburg, Andreas Büttner, befürwortet das Projekt ausdrücklich.

Finanzierung und nächste Schritte

Das CEP finanziert sich überwiegend aus privaten Spenden aus den USA und Europa sowie aus projektbezogenen Fördermitteln. Die Organisation hat bereits eine deutsche Vertretung in Berlin. Ob das Vorhaben tatsächlich umgesetzt werden kann, hängt von der Entscheidung des Landes Berlin und der BIM ab. Diese äußerten sich auf Anfrage zunächst nicht zu den Plänen.

Das Bogensee-Areal, das seit dem Jahr 2000 ungenutzt ist und zunehmend verfällt, gehört dem Land Berlin. Neben der Goebbels-Villa befindet sich dort auch die ehemalige Hochschule der Freien Deutschen Jugend (FDJ) aus DDR-Zeiten. Die Diskussion über die Zukunft des Geländes hält bereits seit Jahren an.

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