Menschenrechtler verurteilen FIFA: 'Keine inklusive WM' in den USA
Menschenrechtler verurteilen FIFA: Keine inklusive WM

Kurz vor dem Ende der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 haben Menschenrechtsorganisationen dem Weltverband FIFA ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt. Die als „inklusivste WM der Geschichte“ angekündigte Veranstaltung sei in Wirklichkeit von massiven Menschenrechtsverletzungen überschattet gewesen.

Human Rights Watch: FIFA versäumte Einhaltung eigener Standards

„Diese Weltmeisterschaft fand vor dem Hintergrund des repressiven Vorgehens der US-Regierung gegen Einwanderer statt“, kritisierte Minky Worden von Human Rights Watch in New York. Die FIFA habe es versäumt, gegenüber der US-Regierung von Präsident Donald Trump auf die Einhaltung ihrer eigenen Menschenrechtsstandards zu drängen. Von einer inklusiven WM könne keine Rede sein.

Daniel Noroña von Amnesty International USA ergänzte bei einer Medienrunde: „Die FIFA hatte versprochen, dass sich jeder sicher fühlen kann. Die Wahrheit ist eine andere. ICE etwa hat die Zahl der Verhaftungen verdoppelt.“ Die „demokratische Kraft“ des Fußballs habe die FIFA zu keiner Zeit genutzt. Besonders erschreckend: Allein in den vergangenen 14 Tagen wurden zwei Menschen von ICE-Beamten in den USA erschossen.

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Französische Nationalmannschaft reiste mit Abschiebeflugzeug

Noroña enthüllte zudem einen skandalösen Vorfall: Die französische Nationalmannschaft sei in einem Flugzeug zum WM-Halbfinale gereist, das einen Tag zuvor zur Abschiebung von Menschen nach Nicaragua genutzt worden sei. „Die Grausamkeit geht weiter – und sie hört nicht auf“, sagte er.

Ronan Evain von der Fanvereinigung Football Supporters Europe kritisierte die undurchsichtige Vergabe von Visa an Fans, insbesondere aus nichteuropäischen Ländern. „Unsere Beobachtungen haben kaum oder gar keine Hinweise darauf ergeben, dass Ticketinhaber aus Afrika und Asien tatsächlich Visa für die Einreise in die USA erhalten haben“, erklärte Evain. Die Fans dieser Länder in den Stadien seien meist US-Bürger gewesen.

WM nur für wenige Glückliche

„Wir haben Anhänger aus Ägypten, Senegal, Kap Verde und vielen anderen Ländern interviewt. Wir haben nur welche gefunden, die in den USA leben oder eine andere Nationalität haben als die der Teams, die sie unterstützten. Es war eine WM für ein paar Glückliche“, so Evain weiter.

Gypsy Guillen Kaiser vom „Committee to Protect Journalists“ äußerte sich kritisch über den Umgang mit kritischen Pressevertretern. Lily Dong Li Rosengard vom weltweiten Dachverband von Organisationen für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans- und Intergeschlechtliche Menschen stellte klar: „Das war keine inklusive WM.“ Mitglieder der LGBT-Gemeinschaft hätten sich nicht willkommen gefühlt.

Die FIFA hingegen bejubelt die eigene WM in den höchsten Tönen. Doch die Kritik der Menschenrechtsorganisationen und Fanvertreter zeigt ein anderes Bild: Das XXL-Turnier in Amerika hinterlässt einen miserablen Eindruck.

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