Der US-Schauspieler und Menschenrechtsaktivist Richard Gere hat in Berlin eine neue Initiative vorgestellt, die sich gegen die Ursachen unfreiwilliger Migration richtet. Dabei sucht er auch die Zusammenarbeit mit der Bundesregierung. Kritik äußerte Gere an US-Präsident Donald Trump, der Migranten pauschal als „die Bösen“ darstelle. „Für ihn ist jeder andere ein böser Typ, jeder, der ihn nicht unterstützt“, sagte Gere der Deutschen Presse-Agentur vor dem Start der gemeinsamen Initiative seiner Gere-Stiftung mit der Hertie School in Berlin. Aus Trumps Perspektive sei er selbst ein „rundum böser Typ“ und „Unruhestifter“. Gere bekannte sich dazu schuldig und betonte, stolz darauf zu sein.
Ziele der „Joint Initiative on Migration“
Die „Joint Initiative on Migration“ soll Spenden sammeln, Forschungsvorhaben unterstützen und Stipendien vergeben. Der Fokus liegt zunächst auf Migration von Afrika nach Europa, später sollen auch andere Regionen wie Lateinamerika einbezogen werden. Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) bedauerte, dass sich der Zeitgeist in den vergangenen Jahren gewandelt habe. Beim Thema Migration gehe es heute fast nur noch um „Eindämmung“, „Bedrohung“ und Mauern. Dabei könne gut organisierte Migration sowohl den Migranten als auch der aufnehmenden Gesellschaft nutzen. Alabali Radovan, deren Familie aus dem Irak geflohen war, betonte, dass die Entscheidung, Heim und Heimat zu verlassen, stets vielschichtig sei.
Migration als moralische Frage
Gere erklärte, Migration sei nicht in erster Linie eine politische, sondern eine moralische Angelegenheit. Er kritisierte, dass Migration von Afrika nach Europa häufig als „Bedrohung“ dargestellt werde, als Krise, die unter Kontrolle gebracht werden müsse. Manchmal präge auch „nackter Rassismus“ den Diskurs. Die Gründe, warum Menschen die lebensgefährliche Fahrt über das Mittelmeer riskierten, würden vernachlässigt. Dazu zählten Konflikte, fehlende wirtschaftliche Perspektiven, Korruption, Menschenrechtsverletzungen und schwache Regierungsführung.



