Italienische Behörden suchen seit Dienstagabend nach dem Ehemann der italienischen Tourismusministerin Daniela Santanchè. Der Mann, der 67-jährige Unternehmer Dimitri Kunz, war nach einem Sprung in den Lago di Bracciano nördlich von Rom nicht wieder aufgetaucht. Die Polizei leitete umgehend eine großangelegte Suchaktion ein, an der Taucher, Hubschrauber und Feuerwehr beteiligt sind.
Der Vorfall am Lago di Bracciano
Laut ersten Ermittlungen war Kunz am späten Nachmittag mit seinem Boot auf dem See unterwegs, als er offenbar spontan ins Wasser sprang. Zeugen berichten, dass er nach dem Sprung nicht mehr an die Oberfläche kam. Die genauen Umstände sind noch unklar. Die Wasserrettung wurde gegen 18 Uhr alarmiert. Taucher durchkämmten den See bis in die Nacht hinein, konnten jedoch keine Spur von Kunz finden. Die Suche wurde am Mittwochmorgen fortgesetzt.
Der Lago di Bracciano ist ein vulkanischer See, der bei Touristen und Einheimischen beliebt ist. Er hat eine maximale Tiefe von etwa 165 Metern. Die Sicht unter Wasser kann aufgrund von Algen und Sedimenten eingeschränkt sein. Die Behörden schließen nicht aus, dass Kunz verunglückt sein könnte, etwa durch einen Kreislaufkollaps oder Unterkühlung.
Reaktionen aus der Politik
Ministerin Santanchè, die sich zum Zeitpunkt des Vorfalls in Rom aufhielt, wurde von ihrem Umfeld informiert und eilte zum Unglücksort. Sie zeigte sich sichtlich erschüttert. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sprach ihr ihr Mitgefühl aus. „In diesen schwierigen Stunden sind wir in Gedanken bei der Ministerin und ihrer Familie“, erklärte Meloni. Auch andere Regierungsmitglieder äußerten ihre Anteilnahme. Die Opposition forderte eine Aufklärung des Vorfalls und betonte die menschliche Tragödie.
Dimitri Kunz war ein bekannter Unternehmer im Bereich erneuerbare Energien. Er und Santanchè waren seit mehreren Jahren verheiratet. Das Paar lebte in Rom. Kunz war Vater von zwei Kindern aus einer früheren Ehe.
Ermittlungen und Suchaktion
Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen eingeleitet. Es wird geprüft, ob ein Unglück oder ein medizinischer Notfall vorliegt. Eine Obduktion ist für den Fall geplant, dass die Leiche gefunden wird. Die Polizei bittet Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben, sich zu melden.
Der Lago di Bracciano war bereits in der Vergangenheit Schauplatz von Unglücken. Die örtlichen Behörden weisen immer wieder auf die Gefahren des Schwimmens in dem See hin, insbesondere wegen der kalten Temperaturen in tieferen Schichten und der plötzlichen Strömungen.
Die Suche gestaltet sich schwierig. Taucher arbeiten in mehreren Teams, um den gesamten Seeabschnitt abzusuchen. Auch ein Sonargerät wird eingesetzt. Die Feuerwehr hat eine mobile Einsatzleitung eingerichtet. Der See wurde für den Bootsverkehr gesperrt.



