Huthi-Miliz setzt auf Nadelstiche
Mit gezielten Nadelstichen zermürbt die jemenitische Huthi-Miliz die militärisch überlegenen Gegner Israel und USA. Diese Strategie der asymmetrischen Kriegsführung trifft die Weltwirtschaft empfindlich und kam mit Ansage, schreibt Dunja Ramadan in einem Kommentar.
Asymmetrische Kriegsführung als Taktik
Die Huthi-Miliz, unterstützt vom Iran, nutzt ihre Schwäche als Stärke: Statt offener Feldschlachten setzt sie auf Angriffe auf Handelsschiffe im Roten Meer und Raketenbeschuss auf israelisches Gebiet. Dies zwingt die überlegenen Armeen zu teuren Abwehrmaßnahmen und stört globale Lieferketten.
Weltwirtschaft unter Druck
Die Angriffe der Huthi haben bereits zu einem deutlichen Anstieg der Schifffahrtskosten geführt. Laut Schätzungen der Welthandelsorganisation (WTO) sind die Frachtraten auf der Route durch das Rote Meer um über 150 Prozent gestiegen. Dies belastet die globale Wirtschaft, insbesondere Europa und Asien.
Arroganz und Selbstüberschätzung
Ramadan kritisiert in ihrem Kommentar die Haltung Israels und der USA: „Die militärische Überlegenheit hat zu einer Mischung aus Arroganz und Selbstüberschätzung geführt, die nun gnadenlos ausgenutzt wird.“ Die Huthi hätten gezeigt, dass moderne Kriegsführung nicht nur von Panzern und Flugzeugen abhängt.
Auswirkungen auf die Region
Die Eskalation hat auch innenpolitische Folgen in Jemen: Die Huthi nutzen den Konflikt, um ihre Macht zu festigen. Gleichzeitig wächst die Gefahr eines Flächenbrandes im Nahen Osten. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate versuchen zu vermitteln, bisher ohne Erfolg.
Kein Ende in Sicht
Experten gehen davon aus, dass die Huthi ihre Taktik fortsetzen werden. „Solange die grundlegenden Konflikte in Jemen und im Gazastreifen ungelöst bleiben, wird die Miliz weiterhin Nadelstiche setzen“, so Ramadan. Die internationale Gemeinschaft sei gefordert, eine politische Lösung zu finden.



