Lage in Nahost: Krieg im Libanon eskaliert weiter
Eine „immer tiefere Besetzung libanesischen Territoriums“ – so bezeichnet Frankreich das Vorgehen Israels im Libanon. Die USA versuchen, die faktisch gescheiterte Waffenruhe zu retten. Mit dem Vormarsch israelischer Bodentruppen im Libanon und möglichen neuen Angriffen im Raum von Beirut eskaliert der Krieg in dem kleinen Mittelmeerland weiter.
Netanjahu kündigt neue Angriffe an
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte neue Angriffe auf Ziele der Hisbollah in Beiruts Vororten an, woraufhin viele Anwohner die Flucht ergriffen. Im Norden Israels ertönten unter neuem Beschuss der Miliz immer wieder Warnsirenen. Netanjahu und sein Verteidigungsminister Israel Katz wiesen die Armee an, „terroristische Ziele der Hisbollah“ in Beiruts Vororten anzugreifen, wie es in einer Mitteilung von Netanjahus Büro hieß. Die als Dahija bekannten Vororte gelten als Hochburg der Hisbollah, sind aber auch dicht bewohnt.
Waffenruhe brüchig
Seit Mitte April eine Waffenruhe verkündet wurde, griff Israels Armee dort seltener an – laut Medienberichten auf Wunsch der US-Regierung. Israelische Medien berichteten nun unter Berufung auf US-Regierungsvertreter, Washington habe grünes Licht gegeben für neue Angriffe im Raum der Hauptstadt. Die libanesische Armee versuchte an den Grenzen zu Beiruts Vororten, angesichts der vielen fliehenden Anwohner, den Verkehr zu leiten.
Anwohner in Panik
Ein Anwohner sagte, Eltern würden so schnell wie möglich ihre Kinder aus Schulen in dem Gebiet abholen, um die Gegend umgehend zu verlassen. Ein Anwohner namens Imad machte – wie viele Libanesen – die Hisbollah und ihren Anführer Naim Kassim verantwortlich. „Genug Schweigen. Wir halten das nicht mehr aus“, sagte er der dpa. Die Situation bleibt angespannt, während die internationale Gemeinschaft auf eine Deeskalation hofft.



