USA greifen erneut Iran an – Straße von Hormus geschlossen
USA greifen erneut Iran an – Hormus geschlossen

Dritte US-Angriffswelle gegen Iran

Das US-Militär hat in der Nacht zum Sonntag eigenen Angaben zufolge zum dritten Mal innerhalb einer Woche Ziele im Iran angegriffen. Die Attacke sei eine Reaktion auf den Beschuss des Containerschiffs „GFS Galaxy“ durch die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) in der Straße von Hormus gewesen, teilte das US-Regionalkommando Centcom mit. Rund 140 militärische Ziele seien getroffen worden, darunter Raketen- und Drohnenstellungen, Marineeinrichtungen, Munitionslager, Kommunikationsnetze und Küstenüberwachungsanlagen.

Revolutionsgarden schließen Meerenge

Die IRGC hatten zuvor Warnschüsse auf die „GFS Galaxy“ abgegeben, die unter zyprischer Flagge fährt. Das Schiff habe eine nicht genehmigte Route befahren und Aufforderungen ignoriert, teilten die Revolutionsgarden über ihren Kanal Sepah News mit. Infolge des Vorfalls werde die Straße von Hormus bis auf weiteres geschlossen bleiben. Die Durchfahrt sei verboten. Sollten die USA neue Angriffe starten, drohten die Garden mit weiteren Attacken auf „feindliche Stützpunkte“ in der Region.

Schiffsverkehr eingestellt – Besatzungsmitglied vermisst

Ein ziviles Besatzungsmitglied der „GFS Galaxy“ wird laut Centcom vermisst. Das Schiff habe wegen eines Feuers an Bord und erheblicher Schäden im Maschinenraum die Reise nicht fortsetzen können. Die Crew habe das Schiff verlassen. Die britische Behörde UKMTO bestätigte einen Brand an Bord eines Containerschiffs östlich des Omans. Ob es sich um die „GFS Galaxy“ handelte, war zunächst unklar.

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USA drohen Iran

Centcom erklärte, der Iran habe mit dem Angriff eine weitere Gelegenheit verpasst, sich an das Mitte Juni ausgehandelte Rahmenabkommen zu halten. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth schrieb auf X: „Der Iran hat eine schlechte Entscheidung getroffen. Jetzt muss er dafür bezahlen.“ Iranische Medien wie Press TV berichteten über Explosionen in der Hafenstadt Buschehr und anderen Orten entlang des Persischen Golfs.

Alarm in den Golfstaaten

In mehreren mit den USA verbündeten Golfstaaten herrschte Alarm. In Bahrain ertönten Warnsirenen, die Bewohner wurden aufgefordert, Schutz zu suchen. Die Vereinigten Arabischen Emirate wehrten Raketen- und Drohnenangriffe aus dem Iran ab. Katars Streitkräfte schlugen einen Raketenangriff zurück; die Bewohner wurden aufgefordert, zu Hause zu bleiben. Kuwaits Armee meldete „feindliche Ziele“ im Luftraum und wehrte Angriffe ab.

Rahmenabkommen in Gefahr

Vertreter aus Washington und Teheran hatten sich Mitte Juni auf ein Rahmenabkommen geeinigt, das innerhalb von 60 Tagen einen endgültigen Deal vorsehen sollte. Es beinhaltete die Öffnung der Straße von Hormus. Seit Anfang April galt eine Waffenruhe, die jedoch immer wieder durch neue Angriffe gebrochen wurde. Die USA hatten Medienberichten zufolge eine Frist bis Samstag gesetzt, in der der Iran die freie Schifffahrt zusichern sollte – diese Frist verstrich ohne Einigung.

Vorschlag des Omans liegt vor

Der Oman hatte einen Vorschlag zur gebührenfreien Durchfahrt der Straße von Hormus vorgelegt. Demnach sollte die südliche Route wie vor dem Krieg frei befahrbar sein, während auf der nördlichen Route Genehmigungen Teherans nötig wären, jedoch ebenfalls ohne Gebühren. Der „Axios“-Reporter Barak Ravid bestätigte den Vorschlag. Die Gespräche zwischen Iran und Oman liefen auf technischer und politischer Ebene weiter, eine Zusage des Irans stand noch aus.

Neuer oberster Führer schwört Rache

Nach der Bestattung des getöteten obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei, der am 28. Februar durch einen israelischen Luftangriff ums Leben kam, schworen die iranischen Staatsführung und sein Sohn und Nachfolger Modschtaba Rache. In einer im Staatsfernsehen verlesenen Mitteilung hieß es: „Rache ist die Forderung unseres Volkes und muss ganz gewiss erfolgen.“ Modschtaba Chamenei ist seit seiner Ernennung vor mehr als vier Monaten nicht öffentlich aufgetreten; US-Medienberichten zufolge soll er bei dem Angriff schwer verletzt worden sein. Das Staatsfernsehen bezeichnete ihn als „Kriegsversehrten“.

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