17-jähriger Brite von Russland sanktioniert: „Beängstigend“
17-jähriger Brite auf russischer Sanktionsliste

Alexander Browder ist erst 17 Jahre alt, besucht eine High School in London und gehört seit Kurzem zu den jüngsten Personen auf einer russischen Sanktionsliste. Am 2. Juni veröffentlichte das russische Außenministerium eine Mitteilung, in der Browder vorgeworfen wird, „Autor eines irreführenden Berichts“ zu sein. Er verbreite Falschinformationen über Russland, heißt es. Mit ihm auf der Liste steht Catherine Belton, eine renommierte britische Investigativjournalistin.

Analyse zu Kryptowährungen und Sanktionsumgehung

Browder veröffentlichte in diesem Jahr eine Analyse für den liberal-konservativen Thinktank „Henry Jackson Society“. Darin untersuchte er, wie Kriminelle aus Russland, Moldau und Kirgistan Kryptowährungen nutzen, um Geld zu waschen und Sanktionen zu umgehen. Der Bericht zeigte konkrete Methoden auf, wie Sanktionen durch digitale Währungen umgangen werden können. Für seine Arbeit wurde er nun selbst sanktioniert.

Reaktion des Teenagers

Im Gespräch mit dem Tagesspiegel berichtet der 17-Jährige, was es für ihn bedeutet, von Russland sanktioniert zu sein. „Ich saß im Unterricht, als ich die Nachricht las“, sagt er. Es sei beängstigend, aber er wolle dennoch auf der Liste bleiben. Sein Vater, Bill Browder, ein bekannter Geschäftsmann und entschlossener Putin-Gegner, gab die Erlaubnis für das Interview.

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Hintergrund: Bill Browder

Bill Browder ist ein US-amerikanisch-britischer Investor und Menschenrechtsaktivist, der sich intensiv gegen Korruption und für Rechtsstaatlichkeit in Russland einsetzt. Er war maßgeblich an der Verabschiedung des Magnitsky Act beteiligt, der US-Sanktionen gegen russische Menschenrechtsverletzer ermöglicht. Sein Sohn Alexander teilt offenbar seinen Einsatz gegen russische Missstände.

Bedeutung für die Zukunft

Alexander Browder zeigt sich entschlossen, seine Arbeit fortzusetzen. „Ich lasse mich nicht einschüchtern“, betont er. Die Sanktionierung durch Russland sieht er als Bestätigung seiner Recherchen. Experten sehen in dem Fall ein alarmierendes Signal: Die russische Regierung geht gezielt gegen junge Forscher und Journalisten vor, die Missstände aufdecken.

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