Drohnenangriffe überschatten Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg
Am Morgen des internationalen Wirtschaftsforums in Sankt Petersburg hat die Ukraine einen gezielten Drohnenangriff auf die Stadt durchgeführt. Dabei wurden nach Angaben des russischen Gouverneurs Alexander Beglow ein Ölterminal sowie mehrere Infrastruktureinrichtungen beschädigt. „Es sind einige Objekte beschädigt worden. Momentan läuft die Beseitigung der Folgen“, erklärte Beglow. Er bestätigte zudem Verletzte, ohne jedoch nähere Details zu nennen.
Der Angriff wirft einen Schatten auf das prestigeträchtige Forum, das bis Samstag andauert und von Kremlchef Wladimir Putin persönlich in seiner Heimatstadt ausgerichtet wird. Erwartet werden zahlreiche Teilnehmer aus dem In- und Ausland, darunter auch Unternehmer und Wirtschaftsvertreter aus westlichen Staaten wie Deutschland. Die Veranstaltung dient Russland dazu, seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit trotz der anhaltenden westlichen Sanktionen zu demonstrieren.
Deutsche Teilnehmer in der Kritik
Besonders umstritten ist die Teilnahme deutscher Unternehmer und Politiker. Laut einem Bericht des „Handelsblattes“ reist der Globus-Gesellschafter Thomas Bruch an. Die Holding begründete dies mit „der Pflege wirtschaftlicher Kontakte sowie dem Austausch mit Vertretern aus Wirtschaft und Institutionen“. Aus Deutschland werden zudem zwei Bundestagsabgeordnete der AfD erwartet: Markus Frohnmaier und Steffen Kotré. Ein Sprecher der AfD-Fraktion betonte, es sei sinnvoll, Kontakte mit allen Seiten zu pflegen und Gesprächskanäle offenzuhalten.
Die Teilnahme stößt auf scharfe Kritik aus CDU und SPD. Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter erklärte dem „Handelsblatt“: „Deutsche Unternehmen, die in Sankt Petersburg einen Kriegsverbrecher hofieren, konterkarieren unsere nationalen Sicherheitsinteressen und beschädigen Deutschlands internationale Glaubwürdigkeit.“ Der SPD-Politiker Sebastian Roloff nannte die Teilnahme ein „katastrophales Zeichen“. Die Diskussion zeigt die tiefe Spaltung in der deutschen Politik und Wirtschaft im Umgang mit Russland während des Krieges.
Das Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg gilt als wichtige Plattform für Russland, um internationale Investoren anzuziehen und seine Wirtschaft unter Sanktionen zu präsentieren. Die ukrainischen Drohnenangriffe unterstreichen jedoch die anhaltende Bedrohung durch den Krieg, der auch vor den Toren der zweitgrößten russischen Stadt nicht Halt macht.



