US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat bei einem Besuch auf dem US-Militärstützpunkt Guantánamo Bay auf Kuba den Druck auf die sozialistische Karibikinsel weiter erhöht. In einer Rede vor Soldaten betonte er, dass die Zukunft Kubas in den Händen von US-Präsident Donald Trump und der kubanischen Führung liege. „Komme, was da wolle – das Kriegsministerium wird auf jede mögliche Eventualität vorbereitet und eingestellt sein“, sagte Hegseth. Er trug kurze Hose und T-Shirt und absolvierte anschließend gemeinsam mit den Soldaten Fitnessübungen, um sich als einer von ihnen zu inszenieren.
Hintergrund der Spannungen
Die Beziehungen zwischen Washington und Havanna sind seit Langem angespannt. Unter Präsident Trump haben sie sich jedoch weiter verschärft. Die US-Regierung setzt auf eine Kombination aus wirtschaftlichem und politischem Druck, um einen Wandel auf Kuba zu erzwingen. Dazu gehören neue Sanktionen sowie eine Ölblockade. Immer wieder gibt es Sorgen vor einer möglichen militärischen Eskalation. Gleichzeitig laufen seit Monaten Gespräche zwischen beiden Seiten.
Bedeutung von Guantánamo Bay
Der Militärstützpunkt Guantánamo Bay liegt an der südöstlichen Küste Kubas und steht seit 1903 aufgrund eines umstrittenen Pachtvertrags unter US-Kontrolle. Kuba betrachtet den Vertrag seit der Revolution unter Fidel Castro 1959 als ungültig. Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 errichteten die USA dort ein umstrittenes Gefangenenlager.
Ende vergangenen Monats sorgte ein ungewöhnliches direktes Treffen ranghoher Generäle beider Staaten im Außenbereich des Stützpunkts für Aufsehen. Der Chef des US-Regionalkommandos Southcom, General Francis Donovan, und der Chef des Generalstabs der kubanischen Streitkräfte, Roberto Legrá Sotolongo, trafen sich dort. Konkrete offizielle Informationen zum Inhalt des Austauschs wurden nicht bekannt gegeben.



