Iran-Krieg: Israel und Iran liefern sich heftige Gefechte
Iran-Krieg: Israel und Iran liefern sich heftige Gefechte

Israel und der Iran haben sich erstmals seit Inkrafttreten der Waffenruhe im April wieder gegenseitig mit schweren Angriffen überzogen. Die israelische Armee begann in der Nacht mit Gegenangriffen auf den Iran, nachdem dieser zuvor Raketen auf Israel abgefeuert hatte. Der Iran kündigte am Nachmittag an, die Angriffe einzustellen.

Heftige Gefechte zwischen Israel und Iran

Seit den frühen Morgenstunden führte das israelische Militär mehrere Angriffe auf den Iran durch, wie es hieß. Die Armee sprach von einem „großangelegten Angriff“ und Dutzende israelische Kampfflugzeuge hätten „strategische Verteidigungssysteme“ der iranischen Führung ins Visier genommen. Im Südwesten des Irans sei zudem eine petrochemische Anlage angegriffen worden.

Der Iran antwortete mit mehreren Angriffswellen. In vielen Orten im Norden, Süden und Zentrum Israels heulten die Sirenen. Die Bewohner wurden aufgefordert, Schutzräume aufzusuchen. In den betroffenen Gebieten waren Explosionen zu hören, während die Luftabwehr anfliegende Geschosse abzufangen versuchte. Der Iran habe seit Sonntagabend mehr als 20 ballistische Raketen auf Israel abgefeuert, hieß es aus israelischen Armeekreisen.

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Iran erklärt Angriffe für beendet

Am Nachmittag erklärte die iranische Militärführung ihre Angriffe für beendet. Die Islamische Republik habe dem Libanon zuliebe Israel eine „schmerzhafte Antwort“ erteilt, hieß es in einer Erklärung. „Vor diesem Hintergrund wird die Einstellung der Operationen der Streitkräfte bekanntgegeben“, so der Wortlaut.

Trump: Verhandlungen gehen weiter

US-Präsident Donald Trump forderte beide Seiten auf, die Angriffe sofort einzustellen. Wenig später teilte er mit, beide Seiten würden einen „sofortigen Waffenstillstand“ in Betracht ziehen. Die Verhandlungen für eine Friedenslösung würden fortgesetzt, und es solle „schnell vorangehen“. Die Seeblockade der Straße von Hormus bleibe bestehen, postete Trump.

Hintergrund der Eskalation

Der Iran begründete seine ersten Angriffe mit „wiederholten Verstößen“ der israelischen Armee gegen die brüchige Waffenruhe im Libanon. Konkret reagierte der Iran auf israelische Angriffe in Vororten Beiruts. Israel hatte dabei nach eigenen Angaben „Terroristen-Hauptquartiere“ der Hisbollah ins Visier genommen. Die Hisbollah ist der wichtigste nichtstaatliche Verbündete des Irans.

Zwei brüchige Waffenruhen

Israel und der Libanon hatten sich vergangenen Donnerstag auf einen neuen Anlauf zur Umsetzung der Waffenruhe geeinigt. Bedingung war unter anderem, dass die Hisbollah ihre Angriffe auf Israel vollständig einstellt. Die Miliz lehnte die Vereinbarung strikt ab und setzte die Angriffe fort. Die libanesische Regierung hat nur begrenzten Einfluss auf die Hisbollah.

Seit dem 8. April besteht zudem eine zwischen den USA und dem Iran vereinbarte Waffenruhe. Am 28. Februar hatten die USA und Israel ihren Krieg gegen den Iran begonnen.

Verhandlungen zwischen USA und Iran gefährdet?

Trump strebt ein Abkommen zwischen den USA und dem Iran an, um den Konflikt langfristig zu beenden. Die jüngsten Entwicklungen sind eine große Belastungsprobe. Trump spielte die Folgen herunter und sagte, der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu müsse ein Abkommen akzeptieren. „Ich habe das Sagen. Ich habe das alleinige Sagen“, sagte Trump der Financial Times.

Mit Blick auf die zweite Waffenruhe sollten die Verhandlungen zwischen Israel und dem Libanon unter US-Vermittlung in Washington weitergehen. Der US-Botschafter im Libanon, Michael Issa, sagte: „Wir in den Vereinigten Staaten haben beschlossen, die Konfrontation nicht noch weiter zu eskalieren.“

Israel auf längeren Krieg vorbereitet

Israels Militär hatte sich auf einen mindestens mehrtägigen Konflikt mit dem Iran eingestellt. Den Angaben zufolge arbeitet das Land mit den USA bei der Abwehr des iranischen Raketenbeschusses zusammen, die Angriffe auf Ziele im Iran führt Israels Armee jedoch allein aus.

Unterdessen setzte Israel seine Angriffe im Libanon fort. Die israelische Luftwaffe bombardierte mehrere Orte im Süden, wobei mindestens vier Menschen getötet wurden.

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