Der kriegsbedingte Kraftstoffmangel hat in vielen Regionen Russlands zu Rationierungen, langen Schlangen und steigenden Preisen geführt. In sozialen Netzwerken wird die Situation mit bitterem Spott kommentiert.
Witze über Benzinmangel kursieren
In sozialen Medien verbreiten sich Witze über den herrschenden Benzinmangel, sowohl in Russland als auch in russisch besetzten Gebieten der Ukraine. Ein Nutzer auf der annektierten Krim treibt es besonders weit: Er sei „geschäftlich“ mit dem Pferd in Simferopol unterwegs und schreibt: „Für die Krim-Bewohner ist jetzt vor allem ein voller Tank Hafer und Heu wichtig.“
Rationierung und lange Schlangen
Die Behörden haben landesweit den Kraftstoff rationiert. Aktuell gibt es nur noch 20 Liter Benzin pro Fahrzeug. Die Warteschlangen vor den Tankstellen wachsen, wie ein Nutzer an der Autobahn M-11 zwischen Moskau und Sankt Petersburg dokumentiert.
Besonders schwierige Lage in der Ostukraine
Am schwierigsten ist die Lage in den annektierten Gebieten der Ost-Ukraine, wie in Donezk. Einwohner Sergei berichtet: „Gestern habe ich fast den ganzen Tag hier in der Schlange gestanden – von mittags bis zum Abend. Heute stehe ich schon seit ein paar Stunden in der Schlange.“ Er hatte Glück, denn an der Tankstelle gab es Benzin, während es gestern nichts gab. Darya aus Donezk sagt: „Ich bin aus Makiivka, 15 Kilometer östlich von hier, hierhergekommen. Ich habe dem Tankstellenmitarbeiter gesagt: Wenn er mich nicht tanken lässt, gehe ich zu Fuß nach Hause.“
Kraftstoffengpässe als Folge ukrainischer Angriffe
Die Kraftstoffengpässe gelten als Folge ukrainischer Angriffe auf russische Raffinerien, wie zuletzt bei Moskau. Die Zahl solcher Angriffe hat sich seit Anfang 2026 verdoppelt. Immer mehr Regionen melden lokale Versorgungsprobleme von Benzin, Diesel und auch Kerosin. Eine Lösung präsentiert der Kreml bislang nicht.
Sarkasmus und Resignation
Bis es so weit ist, wächst der Sarkasmus. Bloggerin Ljudmila warnt vor Benzindieben, die unterwegs seien. Auf der Krim gäbe es kein Benzin mehr, sagt sie, Bier aber schon. „Deshalb fahren wir nicht, wir saufen.“ Einwohnerin Oksana aus Sewastopol meint: „Eigentlich reichen mir 20 Liter. Aber andere brauchen mehr. Das reicht gerade für Fahrten in der Stadt. Ich brauche ein Auto für die Arbeit.“ Aljona, ebenfalls aus Sewastopol, fragt: „Wie soll das gelöst werden? Es geht doch nur, wenn die militärische Sonderoperation endet.“



