Moskau blockiert neuen Verhandlungsvorstoß von EU und Ukraine
Moskau blockiert Verhandlungsvorstoß von EU und Ukraine

Die russische Führung hat ablehnend auf die neue Initiative der Ukraine und führender europäischer Staaten für Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Krieges reagiert. Kremlsprecher Dmitri Peskow warf den europäischen Staaten Doppelzüngigkeit vor. „Macron, Starmer und Merz versuchen, von Frieden zu reden, und unterstreichen zugleich ihre Absicht, das Kiewer Regime bei der Produktion neuer Waffengattungen zu unterstützen, um den Krieg fortzusetzen“, sagte er der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge. Dies sei unlogisch, zeige aber die wahren Absichten in den europäischen Hauptstädten.

Der russische Präsident Wladimir Putin habe seine Haltung zu neuen Verhandlungen schon vergangene Woche beim Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg klargemacht, sagte Peskow. Die Ukraine begehe derzeit „terroristische Verbrechen“, was es schwer mache, sich irgendeine Vereinbarung mit ihr vorzustellen, zitierte Peskow den Kremlchef.

Nato-Kampfjets schießen Drohne über Lettland ab

Kampfjets des westlichen Militärbündnisses Nato haben eine Drohne über Lettland abgeschossen. Das teilte die lettische Armee mit. Nach Armeeangaben soll es sich dabei um ein ausländisches Flugobjekt gehandelt haben, das infolge „russischer elektromagnetischer Kriegsführung“ in den lettischen Luftraum eingedrungen war. Nähere Angaben zur Herkunft und Art des Flugkörpers gab es zunächst nicht. Mindestens eine Drohne sei aus Russland in den lettischen Luftraum eingedrungen, sagte ein Armeesprecher der Nachrichtenagentur Reuters. Ein zwischenzeitlich ausgerufener Luftalarm wurde aufgehoben. Davor waren Einwohner der an Russland und Belarus grenzenden östlichen Regionen aufgefordert, in den Gebäuden zu bleiben. Verirrte Militärdrohnen schüren in den baltischen Staaten und Finnland zunehmend die Sorge vor einem Übergreifen des Ukraine-Krieges auf die nördlichen Nato-Grenzen. Hintergrund sind verstärkte ukrainische Angriffe auf russische Ölhäfen an der Ostsee, bei denen Drohnen wiederholt ihre Ziele verfehlen.

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Moldau meldet Absturz russischer Drohne

In Moldau sind die Trümmer einer russischen Drohne entdeckt worden, teilte das moldauische Verteidigungsministerium mit. Die Drohne soll während der russischen Angriffe auf die Ukraine in der Nacht zum 8. Juni nahe dem Dorf Lopatna abgestürzt und explodiert sein. Nach Angaben des Ministeriums registrierte das Militär den Grenzübertritt der Drohne gegen 0.20 Uhr. Das Fluggerät bewegte sich demnach in Richtung der Ortschaften Michailowka und Lopatna. Später seien die Trümmer der Drohne auf einem Feld gefunden worden. Die am Fundort gesicherten Spuren deuteten auf eine Explosion hin, erklärte das Ministerium.

Ukraine will Anschlag auf Geheimdienstmitarbeiter vereitelt haben

Die ukrainischen Sicherheitsbehörden haben einen geplanten Anschlag auf einen Mitarbeiter des Militärgeheimdienstes (HUR) und stellvertretenden Leiter des Koordinierungsstabs für Kriegsgefangene vereitelt, teilte die Generalstaatsanwaltschaft in Kyjiw mit. Nach Angaben der Ermittler erklärte sich ein 38-jähriger Ukrainer, ein ehemaliger Soldat mit Kampferfahrung und Geheimdienstkenntnissen, bereit, den Anschlag im Auftrag russischer Geheimdienste zu organisieren. Als Gegenleistung sollen ihm 100.000 US-Dollar versprochen worden sein. Nach Erhalt einer Anzahlung von 10.000 Dollar begann der Verdächtige demnach, Informationen über das Ziel, dessen Wohnort und Tagesabläufe zu sammeln. Er habe das Wohnumfeld mehrfach ausgespäht und mögliche Fluchtwege erkundet.

Weitere Entwicklungen im Überblick

Die EU hat der Ukraine weitere Finanzhilfen in Höhe von knapp 2,8 Milliarden Euro ausgezahlt. „Das Tempo und das Engagement der Ukraine bei der Umsetzung bedeutender Reformen haben diese Zahlung gerechtfertigt“, teilte EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos mit. Die ukrainische Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko erklärte, die Gelder sollten für die Finanzierung der wichtigsten Staatsausgaben verwendet werden – darunter für den sozialen und humanitären Bedarf. Bei der Auszahlung handelt es sich nach Angaben der EU-Kommission um die mittlerweile siebte aus der sogenannten Ukraine-Fazilität. Über dieses Finanzierungsinstrument sollen bis Ende 2027 bis zu 50 Milliarden Euro an das von Russland angegriffene Land gehen können.

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Das ukrainische Militär greift nach eigenen Angaben das Öldepot Gruschowa an. Dieses gehöre zum russischen Ölterminal Schescharis in der Schwarzmeer-Hafenstadt Noworossijsk, teilt der ukrainische Generalstab mit. Zudem meldet er einen Angriff auf eine Pumpstation für Pipelines in der Region Wolgograd. An beiden Anlagen seien Brände ausgebrochen.

Die ukrainischen Streitkräfte haben nach Angaben von Armeechef Oleksandr Syrskyj seit Anfang 2026 mehr als 600 Quadratkilometer Land von Russland zurückerobert. Allein im Mai habe die Ukraine 100 Quadratkilometer mehr unter ihre Kontrolle gebracht, als sie verloren habe, teilt Syrskyj über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Wo genau die Geländegewinne erzielt wurden, lässt er offen.

Ukrainische Angriffe auf russische Nachschubwege in den besetzten Gebieten im Süden und Osten der Ukraine beeinträchtigen die Logistik der russischen Streitkräfte zunehmend. Die daraus entstehenden operativen Folgen dürften sich in den kommenden Monaten weiter verstärken, schreibt das Institute for the Study of War (ISW). Die Analysten verweisen insbesondere auf die ukrainische Feuerkontrolle über russische Versorgungsrouten entlang der Fernstraße M-04 zwischen Isvaryne, Donezk und Dnipro.

Bei einem neuen ukrainischen Drohnenangriff auf einen Passagierzug auf der Schwarzmeer-Halbinsel Krim ist ein Lokführerassistent laut Behördenangaben getötet worden. Der Lokführer selbst sei verletzt worden, teilte der von Moskau eingesetzte Statthalter auf der Krim, Sergej Aksjonow, bei Telegram mit. Der Personenzug sei auf der Strecke Moskau–Simferopol getroffen worden. „Fahrgäste blieben unverletzt“, teilte Aksjonow mit. Der Zugverkehr wurde in der touristischen Hochsaison vorübergehend eingestellt.

Russische Einheiten haben nach Angaben der ukrainischen Partisanenbewegung „Atesch“ begonnen, sich von der Kinburn-Nehrung in der Region Mykolajiw zurückzuziehen. Grund seien unterbrochene Versorgungswege und hohe Verluste, teilte die Gruppe auf Telegram mit. Demnach verlassen Einheiten des 337. Regiments Stellungen im nördlichen und westlichen Teil der Nehrung.