Ukraine-Krieg: Putin nennt Bedrohung durch Russland „Unsinn“
Putin: Warnung vor russischer Bedrohung sei Unsinn

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in einem offenen Brief an Russlands Präsidenten Wladimir Putin ein persönliches Treffen vorgeschlagen, um ein Ende des Krieges zu vereinbaren. Selenskyj betonte, die Mehrheit der Russen sei der Raketen- und Drohnenangriffe, der Inflation und der Treibstoffknappheit überdrüssig und bereit für Frieden. Sollte Putin nicht zu der Einsicht gelangen, dass es Zeit für ein Kriegsende sei, werde die Ukraine weiter um ihre Existenz kämpfen. Dies könne Putins Machtposition gefährden. „Es ist eine Tatsache in der russischen Geschichte, die Sie gut kennen: Wenn Russland müde wird, steht ein Wandel bevor“, heißt es in dem Schreiben.

Putin lehnt EU-Staaten als Vermittler ab

Kremlchef Wladimir Putin hat die Vorstellung zurückgewiesen, dass EU-Staaten bei Friedensgesprächen zwischen Russland und der Ukraine als Vermittler auftreten könnten. „Vermittlung setzt Neutralität voraus. Wo ist hier die Neutralität?“, fragte er bei einem Treffen mit Vertretern internationaler Nachrichtenagenturen am Rande des Wirtschaftsforums in St. Petersburg. Zugleich bekräftigte Putin seine Bereitschaft zu einer diplomatischen Lösung des Ukraine-Kriegs, wie er sie mit US-Präsident Donald Trump in Alaska besprochen habe. Notfalls werde Russland die Ukraine aber auf dem Schlachtfeld besiegen.

Putin: Warnung vor russischer Bedrohung sei Unsinn

Putin wies die im Westen verbreiteten Warnungen vor einer russischen Gefahr und einem möglichen Angriff auf ein Nato-Land als „Unsinn“ zurück. „Aber meiner Meinung nach ist es nicht nur Unsinn – es ist eine bewusste Provokation“, sagte er. Ziel sei es, die Bevölkerung der eigenen Länder dazu zu zwingen, mehr Geld für die Verteidigung auszugeben. Er sei verwundert, dass ein Teil der Bevölkerung in Europa diesen Erzählungen glaube. „Jeder, der denkt, dass Russland das Territorium der Nato überfallen könnte, sollte sich die Frage stellen: Wozu?“, so Putin.

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Angriffe auf Krim und Saporischschja

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die von Russland annektierte Halbinsel Krim wurden nach Behördenangaben mindestens vier Menschen getötet und neun verletzt. In der Hauptstadt Simferopol starben drei Menschen, sieben wurden verletzt. Später meldete der von Moskau eingesetzte Gouverneur Sergej Aksjonow einen weiteren Toten und zwei Verletzte nach einem Angriff auf einen Nahverkehrszug. In der südostukrainischen Region Saporischschja kam bei einem russischen Gleitbombenangriff eine Frau ums Leben, elf weitere Menschen wurden verletzt, teilte Gouverneur Iwan Fedorow mit.

USA: Ukraine-Hilfen nehmen erste Hürde

Das US-Repräsentantenhaus hat einen Gesetzentwurf über weitere Ukraine-Hilfen und neue Sanktionen gegen Russland verabschiedet. Das Vorhaben sieht eine Milliarde Dollar an Hilfsgeldern und bis zu acht Milliarden Dollar an Krediten für Kiew vor. Zudem sind strenge Sanktionen gegen den russischen Finanz-, Öl- und Bergbausektor geplant. Einige Republikaner setzten sich über den Willen der eigenen Parteiführung hinweg. Das Vorhaben muss noch vom Senat gebilligt werden, und US-Präsident Donald Trump dürfte sein Veto einlegen.

Putin: Schröder wäre guter Vermittler

Putin brachte den früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder als möglichen Mittelsmann zwischen Russland und Europa ins Spiel. „Wer sonst als Schröder könnte als Vermittler auftreten?“, sagte Putin. Schröder sei vertrauenswürdig und ein deutscher Staatsmann mit eigenen Ansichten. Moskau versuche Europa jedoch nicht vorzuschreiben, wen es für Gespräche benennen solle. Die Bundesregierung hatte Schröder als Vermittler abgelehnt.

Pentagon soll Raketen-Lieferung an Deutschland absagen

Das US-Verteidigungsministerium dürfte einem Medienbericht zufolge die geplante Lieferung von „Tomahawk“-Marschflugkörpern an Deutschland absagen. Grund sei die Sorge, dass Russland die Stationierung als Eskalation betrachten und Vergeltung üben könnte, berichtet „Politico“. Zudem sorge sich die US-Regierung um ihre eigenen schrumpfenden Bestände, da im Iran-Krieg Tausende Lenkwaffen verschossen wurden.

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Ukraine: Waffenexport als Einnahmequelle

Die Ukraine strebt eine stärkere Orientierung ihrer Rüstungsindustrie auf den Export an. „Der Waffenexport soll zu einer dauerhaften Quelle wirtschaftlicher Stärke werden“, sagte Selenskyj. Sicherheitsrat, Verteidigungsministerium und Parlament sollen die gesetzliche Basis für eine Waffenausfuhr ausarbeiten. Gleichzeitig hofft Selenskyj noch im Juni auf erste Gelder aus einem EU-Kredit über 90 Milliarden Euro.

Russland meldet Tote nach Angriff im Gebiet Sumy

Bei einem russischen Angriff auf das grenznahe nordostukrainische Gebiet Sumy wurden mindestens zwei Menschen getötet. Vier verletzte Frauen wurden in Krankenhäuser gebracht, teilte Militärgouverneur Oleh Hryhorow mit. Die betroffene Siedlung Jampil liegt nur etwa 20 Kilometer von der russischen Grenze entfernt.

Französische Jets fangen russische Maschinen ab

Französische Kampfflugzeuge sind in der vergangenen Woche im Rahmen eines Nato-Einsatzes elf Mal aufgestiegen, um russische Militärmaschinen über der Ostsee abzufangen. Die hohe Zahl an Abfangeinsätzen könne ein Signal sein, dass Russland seine Muskeln spielen lassen wolle, sagte ein Sprecher der französischen Streitkräfte. Die russischen Flugzeuge flogen ohne Flugpläne oder Funkkontakt.

Ukraine greift Schießpulverfabrik in Rjasan an

Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben eine Schießpulverfabrik in der russischen Oblast Rjasan angegriffen. Als Folge sei ein Feuer auf 400 Quadratmetern ausgebrochen, teilte der Generalstab mit. Rjasan liegt südlich von Moskau, weit von der ukrainischen Grenze entfernt.

EU-Staaten geben grünes Licht für Beitrittsgespräche

Alle EU-Mitgliedsstaaten haben der Eröffnung der ersten Phase der Beitrittsgespräche mit der Ukraine und der Republik Moldau zugestimmt, teilte die ukrainische Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko mit. „Großartige Neuigkeiten. Wir sind der EU-Mitgliedschaft einen Schritt näher gekommen“, schrieb sie.

Der tschechische Ministerpräsident Andrej Babis schlug Bundeskanzler Friedrich Merz als Unterhändler mit Moskau vor. In deutschen Regierungskreisen hieß es, dass sich ein Fenster für Gespräche mit Russland öffne, es aber noch Monate dauern werde. Deutschland wolle keinen Alleingang; die E3 mit Frankreich und Großbritannien werde eine wichtige Rolle spielen.