Nahe der russischen Hauptstadt Moskau ist ein Kampfjet vom Typ Suchoi Su-57 abgestürzt. Der Vorfall ereignete sich kurz nach dem Start, wie das russische Verteidigungsministerium mitteilte. Der Pilot konnte sich demnach mit dem Schleudersitz retten und überlebte den Absturz.
Offizielle Version: Technischer Fehler
Das Verteidigungsministerium in Moskau erklärte gegenüber russischen Nachrichtenagenturen, die Maschine sei in unbewohntem Gebiet niedergegangen. „Das Flugzeug ist in unbewohnter Gegend abgestürzt, es gibt keine Zerstörungen am Boden“, hieß es in der offiziellen Mitteilung. Die Behörden leiteten Ermittlungen ein und gehen vorläufig von einem technischen Defekt als Unglücksursache aus.
Bei der abgestürzten Maschine handelt es sich Medienberichten zufolge um eine Su-57, einen der modernsten Kampfjets der russischen Luftwaffe. Die Su-57 wird seit 2019 in Serie produziert und ist ein Mehrzweckkampfjet des Herstellers Suchoi, der sowohl für Luftkämpfe als auch für Angriffe auf Bodenziele eingesetzt werden kann. Russland hat die Su-57 bereits im Angriffskrieg gegen die Ukraine eingesetzt.
Militärblogger vermuten Eigenbeschuss
Der russische Militärblogger Wladimir Romanow äußerte hingegen Zweifel an der offiziellen Darstellung. Er deutete an, dass der Kampfjet möglicherweise von der eigenen Flugabwehr abgeschossen worden sei. Konkrete Belege für diese These lieferte Romanow jedoch nicht.
Die Su-57 gilt als russisches Pendant zur US-amerikanischen F-22 oder F-35, allerdings wurden bislang nur wenige Dutzend Exemplare gebaut. Der Verlust eines solchen Jets wiegt daher schwer für die russischen Luftstreitkräfte. Experten sehen in dem Absturz einen weiteren Rückschlag für die russische Rüstungsindustrie, die mit Produktionsengpässen und technischen Problemen kämpft.
Hintergrund: Seltene und teure Technologie
Die Su-57 ist ein Tarnkappenjäger der fünften Generation, der mit modernster Avionik und Waffensystemen ausgestattet ist. Aufgrund der geringen Stückzahl und der hohen Kosten – ein Exemplar soll rund 50 Millionen US-Dollar kosten – ist jeder Verlust für Moskau schmerzhaft. Der Absturz nahe Moskau wirft erneut Fragen nach der Zuverlässigkeit und Sicherheit der russischen Militärtechnik auf.



