Ukraine-Ticker: Gemüsehändler attackiert, Selenskyj meldet Drohnen-Safari
Ukraine: Gemüsehändler attackiert, Selenskyj meldet Drohnen-Safari

Bei einem russischen Angriff auf einen Gemüsemarkt in der Region Charkiw sind nach ukrainischen Angaben mindestens drei Menschen verletzt worden. Der Angriff ereignete sich am späten Vormittag, als viele Kunden auf dem Markt einkauften. Unter den Verletzten befindet sich auch ein zwölfjähriges Kind. Die Behörden gehen davon aus, dass die Zahl der Opfer noch steigen könnte.

Selenskyj: 'Drohnen-Safari' gegen Zivilisten

Präsident Wolodymyr Selenskyj verurteilte den Angriff scharf und sprach in seiner abendlichen Videoansprache von einer „Drohnen-Safari“ gegen Zivilisten. Er betonte, dass Russland gezielt zivile Infrastruktur und belebte Orte angreife, um Angst und Schrecken zu verbreiten. „Sie jagen Menschen wie Tiere“, sagte Selenskyj wörtlich. Die internationale Gemeinschaft müsse diese Taktik als das brandmarken, was sie sei: ein Terrorakt.

Der Angriff auf den Gemüsemarkt ist Teil einer Serie von Drohnenangriffen, die in den letzten Tagen zugenommen haben. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe wurden in der Nacht zuvor 24 iranische Shahed-Drohnen abgeschossen. Die Luftabwehr sei jedoch nicht in der Lage, alle Angriffe zu verhindern, insbesondere wenn die Drohnen in niedriger Höhe fliegen.

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Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung

Die Angriffe haben verheerende Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung. Viele Menschen wagen sich aus Angst vor weiteren Attacken nicht mehr auf die Straße. In Charkiw, der zweitgrößten Stadt der Ukraine, wurden bereits mehrere Wohngebiete getroffen. Die Stadtverwaltung richtete Notunterkünfte ein und rief die Bewohner auf, bei Luftalarm Schutz zu suchen.

Laut dem ukrainischen Innenministerium wurden seit Beginn des Jahres mindestens 1.000 Zivilisten durch russische Angriffe getötet. Die tatsächliche Zahl dürfte jedoch höher liegen, da viele Opfer unter den Trümmern liegen. Internationale Organisationen wie die Vereinten Nationen fordern eine unabhängige Untersuchung der Angriffe auf zivile Ziele.

Internationale Reaktionen

Die Europäische Union verurteilte die jüngsten Angriffe auf das Schärfste. Ein Sprecher des Außenbeauftragten Josep Borrell erklärte, dass Russland mit diesen Taten Kriegsverbrechen begehe. Die USA kündigten an, weitere Sanktionen gegen russische Unternehmen zu verhängen, die an der Herstellung von Drohnen beteiligt sind. Auch Deutschland forderte eine internationale Ahndung der Angriffe.

Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba appellierte an den Westen, schneller zu handeln: „Jede Verzögerung bei der Lieferung von Luftabwehrsystemen kostet Menschenleben.“ Er forderte insbesondere die Lieferung von Kampfjets, um die russische Luftüberlegenheit zu brechen. Bislang haben die westlichen Partner jedoch nur zögerlich auf diese Forderungen reagiert.

Lage an der Front

Unterdessen meldet die ukrainische Armee schwere Kämpfe im Osten des Landes. Besonders um die Stadt Bachmut wird erbittert gekämpft. Die Russen versuchen, die Stadt einzukreisen, stoßen jedoch auf heftigen Widerstand. Nach Angaben des Generalstabs konnten die ukrainischen Verteidiger in den letzten 24 Stunden mehrere Angriffe abwehren und dabei etwa 100 feindliche Soldaten ausschalten.

Die Versorgungslage in Bachmut wird immer kritischer. Die Stadtverwaltung meldete, dass die Strom- und Wasserversorgung weitgehend zusammengebrochen sei. Die Bewohner werden aufgerufen, die Stadt zu verlassen, doch die Evakuierungsrouten sind unter Beschuss. Einwohner berichten, dass die russischen Truppen gezielt auf Zivilisten schießen, die fliehen wollen.

Hoffnung auf Frieden?

Trotz der anhaltenden Kämpfe gibt es immer wieder diplomatische Bemühungen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bot sich erneut als Vermittler an. Er schlug vor, dass die Ukraine und Russland im Rahmen eines Friedensgipfels verhandeln sollten. Bislang lehnt Moskau jedoch weitere Gespräche ab, solange die Ukraine nicht die Annexion der besetzten Gebiete anerkennt.

Der ukrainische Präsident Selenskyj betonte jedoch, dass er zu Verhandlungen bereit sei, aber nicht auf Kosten der territorialen Integrität. „Wir sind bereit, über Frieden zu sprechen, aber nicht über Kapitulation“, sagte er. Die internationale Gemeinschaft müsse Russland zu einem Einlenken zwingen, etwa durch weitere Sanktionen und die Isolierung Moskaus.

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