Der französische Sportjournalist Christophe Gleizes sitzt in Algerien im Gefängnis – doch seine Stimme war bei der Pressekonferenz der französischen Nationalmannschaft zu hören. Ein Kollege von der Zeitung „L’Équipe“ stellte stellvertretend für ihn eine Frage. Der Fall sorgt international für Aufsehen.
Hintergrund der Inhaftierung
Gleizes arbeitet für die Magazine „So Foot“ und „Society“. Nach Angaben von Reporter ohne Grenzen recherchierte er für eine Reportage über den algerischen Klub Jeunesse Sportive de Kabylie (JSK), als er im Mai 2024 in Algerien festgenommen wurde. Im Juni 2025 verurteilte ihn die Justiz wegen „Verherrlichung des Terrorismus“ zu sieben Jahren Haft. Die Behörden werfen ihm Kontakte zu einer Separatistenbewegung vor, die in Algerien als Terrororganisation eingestuft wird.
Solidarität bei der WM
Bei der Pressekonferenz der französischen Nationalmannschaft trugen mehrere Journalisten Schals mit der Aufschrift „Free Gleizes“. Auch FIFA-Präsident Gianni Infantino setzt sich für den Reporter ein: „Er hat seine Akkreditierung und er hat seinen Platz hier“, sagte er vor dem WM-Start in den USA, Kanada und Mexiko. Infantino hofft auf eine Begnadigung: „Ich hoffe, dass er in einem großen Akt der Menschlichkeit die präsidentielle Begnadigung bekommt und noch während der WM zu uns stoßen kann.“
Reaktion von Trainer Deschamps
Frankreich-Trainer Didier Deschamps antwortete auf die verlesene Frage: „Ich hoffe für ihn und seine Familie, dass er so schnell wie möglich hier sein und seine Fragen selbst stellen kann.“ Deschamps berichtete, dass er die Eltern des Journalisten Ende Mai beim französischen Pokalfinale getroffen habe. Die FIFA lud sie zum WM-Auftakt der „Équipe Tricolore“ gegen Senegal nach East Rutherford ein. Gleizes’ Mutter sagte der BBC, ihr Sohn fühle sich von der Welt „abgeschnitten“.



