Am 10. Juli 2026 kam es über dem Atlantik westlich der Kanarischen Inseln zu einem gefährlichen Zwischenfall: Zwei Passagierjets bewegten sich auf derselben Luftstraße und in derselben Flughöhe direkt aufeinander zu. Die automatischen Kollisionswarnsysteme (TCAS) an Bord beider Maschinen griffen ein und verhinderten eine mögliche Katastrophe. Keiner der insgesamt 454 Passagiere und 18 Besatzungsmitglieder wurde verletzt.
Details des Vorfalls
Wie aus Unterlagen der spanischen Untersuchungsbehörde CIAIAC hervorgeht, waren ein Airbus A321XLR der Iberia (Flug von Recife, Brasilien, nach Madrid) und eine Boeing 787-9 von Air Europa (Flug von Madrid nach São Paulo, Brasilien) beteiligt. Beide Maschinen befanden sich in etwa 11.000 Metern Höhe (Flugfläche 360) auf der viel genutzten Luftstraße N857, die Europa mit Südamerika verbindet. Der Iberia-Airbus mit der Registrierung EC-OLE flog nordostwärts, während die Boeing 787-9 (EC-NBM) in Richtung Brasilien unterwegs war – somit direkt aufeinander zu.
TCAS verhindert Kollision
Um 1:23 Uhr UTC schlugen die bordeigenen Kollisionswarnsysteme Alarm. Das TCAS (Traffic Collision Avoidance System) überwacht unabhängig von der Flugsicherung den umgebenden Luftverkehr und berechnet fortlaufend Kollisionsrisiken. Die Iberia-Crew erhielt die Anweisung zu sinken, die Piloten von Air Europa sollten steigen. Beide Besatzungen reagierten sofort: Der Airbus sank um rund 500 Fuß (etwa 150 Meter), die Boeing stieg um rund 400 Fuß (etwa 120 Meter). Kurz darauf meldeten die Systeme, dass keine Kollisionsgefahr mehr bestehe. Beide Flugzeuge setzten ihre Flüge fort und landeten planmäßig.
Ermittlungen zur Annäherung
Wie dicht die Flugzeuge tatsächlich aneinander vorbeiflogen, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Mehrere Fachmedien berichten, dass sich die Maschinen auf weniger als zwei nautische Meilen (rund 3,7 Kilometer) angenähert haben sollen. Angesichts der entgegengesetzten Flugrichtungen und einer gemeinsamen Geschwindigkeit von schätzungsweise 1700 bis 1850 km/h entspräche dies rechnerisch nur wenigen Sekunden Flugzeit. Die Ermittler müssen zudem klären, wie zwei Verkehrsflugzeuge gleichzeitig auf derselben Luftstraße und Flughöhe unterwegs sein konnten. Dazu werden Funkaufzeichnungen, Flugpläne, Freigaben der Flugsicherung, Radardaten und Bordcomputeraufzeichnungen ausgewertet.



