Berliner Segelcrew trotzt Sturm und Trump-Kritik bei US-Parade
Berliner Crew trotzt Sturm bei US-Schiffsparade

In der Nacht vor dem großen Tag kämpfte die Walross 4 mit dem Wetter. Böen von mehr als 50 Knoten fegten am Freitagabend über die Gravesend Bay vor Brooklyn, Windstärke 10 und mehr. Das Beiboot kenterte im kurzen Gewittersturm vor New York dreimal. Bis spät in den Abend arbeitete die Crew daran, den Motor wieder zum Laufen zu bringen. Dabei sollte die Berliner Jacht in wenigen Stunden Teil der größten maritimen Parade der US-Geschichte sein.

Ein Spandauer Boot inmitten der Flotte

Die Walross 4, eine 17 Meter lange Jacht aus Spandau, war das einzige deutsche Boot in der Parade. Insgesamt nahmen rund 60 Schiffe aus 20 Nationen teil, darunter riesige Segelschiffe und Marineschiffe. Die Parade feierte 250 Jahre Unabhängigkeit der USA und zog sich über mehrere Kilometer entlang des Hudson Rivers.

Die Teilnahme der Berliner Crew war jedoch nicht unumstritten. Hintergrund war die Einladung durch US-Präsident Donald Trump, der die Parade als Teil seines „Salute to America“-Events ins Leben gerufen hatte. Viele Crewmitglieder standen Trumps Politik kritisch gegenüber, entschieden sich aber dennoch zur Teilnahme, um die deutsch-amerikanische Freundschaft zu symbolisieren.

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Sturmtief und technische Pannen

Die nächtliche Wetterverschlechterung brachte die Crew in ernste Schwierigkeiten. „Wir hatten wirklich Angst, dass wir das Boot verlieren könnten“, sagte Skipper Klaus-Peter Müller. Der Motor fiel aus, und das Beiboot kenterte mehrfach. Mit vereinten Kräften gelang es der Mannschaft, den Motor zu reparieren und die Jacht rechtzeitig für die Parade startklar zu machen.

Am Samstagmorgen dann die Erlösung: Bei ruhigerer See und Sonnenschein nahm die Walross 4 ihren Platz in der Parade ein. Tausende Zuschauer säumten die Ufer, als die Flotte langsam vorbeizog. Die Berliner Crew winkte und hisste die deutsche Flagge neben der amerikanischen.

Politische Symbolik und persönliche Motive

Die Teilnahme der Walross 4 war auch ein politisches Statement. Während einige deutsche Politiker die Parade als zu nah an Trump kritisierten, betonte die Crew den unpolitischen Charakter ihrer Teilnahme. „Wir sind hier, um die Freundschaft zwischen unseren Ländern zu feiern, nicht um Politik zu machen“, so Müller. Die Jacht war ursprünglich von der Berliner Segelgemeinschaft angemeldet worden, bevor die Trump-Verbindung bekannt wurde.

Die Parade endete ohne weitere Zwischenfälle. Die Walross 4 kehrte nach Spandau zurück, wo sie im Heimathafen erwartet wird. Die Crew blickt auf ein unvergessliches Abenteuer zurück – mit einer gehörigen Portion Sturm und politischer Brisanz.

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