Polizeiskandal in Southampton: USA und Großbritannien im Clinch
Ein tragischer Todesfall in Southampton hat eine diplomatische Kontroverse zwischen den USA und Großbritannien ausgelöst. Der britische Premierminister Keir Starmer wies die Einmischung der USA in innere Angelegenheiten scharf zurück, nachdem US-Vizepräsident JD Vance den Umgang der britischen Polizei mit dem Fall des getöteten Studenten Henry Nowak verurteilt hatte.
Vance kritisiert Polizeiverhalten scharf
JD Vance äußerte sich auf der Plattform X und erklärte, Henry Nowak sei auf eine Weise gestorben, wie eine Zivilisation untergehe: verlassen, von Behörden in Handschellen gelegt, die ihm weder vertrauten noch sich um ihn kümmerten, und beschuldigt von Hassverbrechen, die er nicht begangen habe. Sein Mord sei ebenso tragisch wie empörend.
Starmer weist Einmischung zurück
Das Büro von Premierminister Keir Starmer betonte, dass die Familie des Opfers nicht wolle, dass der Mord für weitere Spaltung, Hass oder Spannungen instrumentalisiert werde. Starmer selbst verurteilte die USA scharf dafür, sich in die Demokratie Großbritanniens einzumischen.
Der Fall Henry Nowak
Der 18-jährige Student wurde im Dezember 2025 in Southampton von einem 23-jährigen Sikh erstochen. Der Täter wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Während des Prozesses wurde ein Video öffentlich, das zeigt, wie Polizisten dem schwer verletzten Nowak Handschellen anlegten, anstatt ihm zu helfen. Er starb wenig später am Boden liegend, nachdem er mehrfach gerufen hatte: „I can‘t breathe“ („Ich kann nicht atmen“).
Rassismusvorwürfe und politische Reaktionen
Der Täter hatte den Polizisten am Tatort erzählt, er selbst sei das Opfer und als Sikh rassistisch beleidigt worden. Dass die Beamten ihm Glauben schenkten, löste in Großbritannien große Empörung aus, besonders bei rechten Politikern. Sie warfen der Polizei vor, Weiße zu benachteiligen. Die Bodycam-Aufnahmen dokumentieren einen schwerwiegenden Polizeiskandal und haben eine erneute Rassismusdebatte im Vereinigten Königreich entfacht.



