Zwölf Jahre Haft für Ex-Manager nach Brückeneinsturz in Genua
Zwölf Jahre Haft für Ex-Manager nach Brückeneinsturz

Urteil im Prozess um die Katastrophe von Genua

Im spektakulären Prozess um den Einsturz einer Autobahnbrücke in Genua mit 43 Todesopfern ist der Hauptangeklagte zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden. Ein Gericht in der norditalienischen Hafenstadt sprach den früheren Top-Manager der Autobahngesellschaft Autostrade per l'Italia, Giovanni Castellucci, schuldig. Die Katastrophe ereignete sich im Sommer 2018, als die Morandi-Brücke während eines Unwetters teilweise einstürzte und Fahrzeuge in die Tiefe riss.

Verantwortung des Hauptangeklagten

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Castellucci als damaliger Vorstandsvorsitzender von Autostrade per l'Italia für die mangelhafte Wartung und Überwachung der Brücke verantwortlich war. Die Staatsanwaltschaft hatte eine noch höhere Strafe gefordert. Castellucci selbst hatte die Vorwürfe stets bestritten und betont, dass die Brücke regelmäßig inspiziert worden sei. Der Einsturz der Morandi-Brücke gilt als eine der schwersten Infrastrukturkatastrophen Italiens der letzten Jahrzehnte.

Auswirkungen auf die Autobahnbetreiber

Das Urteil hat weitreichende Konsequenzen für die Betreibergesellschaft Autostrade per l'Italia, die seit dem Unglück unter staatlicher Zwangsverwaltung steht. Die italienische Regierung hatte nach dem Einsturz scharfe Kritik an der privaten Betreiberfirma geübt und ein Verfahren zum Entzug der Konzession eingeleitet. Der Fall wirft zudem ein Schlaglicht auf den Zustand der italienischen Infrastruktur, die in vielen Teilen des Landes als marode gilt.

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Reaktionen und weiteres Verfahren

Die Hinterbliebenen der Opfer zeigten sich erleichtert über das Urteil, forderten aber auch weitere Aufklärung. „Es ist ein erster Schritt zur Gerechtigkeit, aber die Verantwortung endet nicht bei einer Person“, sagte ein Anwalt der Opferfamilien. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig; Castelluccis Anwälte kündigten bereits Berufung an. Der Prozess gegen weitere Angeklagte, darunter Ingenieure und Manager der Betreibergesellschaft, läuft noch.

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