Heute steht eine wichtige Abstimmung bei den Vereinten Nationen in New York an. Es geht um die Wahl der nichtständigen Mitglieder im UN-Sicherheitsrat für die kommenden zwei Jahre. Deutschland bewirbt sich um einen der begehrten Plätze, doch die Konkurrenz ist stark. Neben Portugal ist auch Österreich im Rennen, und die Österreicher zeigen wenig Bereitschaft, dem großen Nachbarn den Vortritt zu lassen.
Wadephuls Mission in New York
Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) wirbt persönlich um Stimmen. Es geht nicht nur um inhaltliche Überzeugungsarbeit, sondern auch um Tauschgeschäfte: Unterstützung für andere Länder im Gegenzug für deren Stimmen. Deutschland benötigt eine Zweidrittelmehrheit der 193 UN-Mitgliedsstaaten. Sollte die Wahl scheitern, wäre das eine herbe Niederlage für Wadephul. Er wäre politisch mitverantwortlich für den Misserfolg. Die Bewerbung war eigentlich Routine, alle acht Jahre gelingt der Bundesrepublik der Sprung in das mächtigste Gremium der Weltgemeinschaft. Doch diesmal ist es anders.
Putins Propagandashow in Sankt Petersburg
Parallel beginnt heute das Sankt Petersburg International Economic Forum (SPIEF). Einst als „russisches Davos“ gefeiert, hat die Veranstaltung seit dem Überfall auf die Ukraine an Glanz verloren. Wladimir Putin nutzt das Forum dennoch, um Russland als Wirtschaftsmacht darzustellen. Dabei schrumpfte die Wirtschaft im ersten Quartal 2026 leicht. Dennoch nehmen einige deutsche Firmen wieder teil, darunter der Milliardär Thomas Bruch, Ex-Chef der Globus-Kette. Auch eine Delegation der AfD ist vor Ort. Der Dirigent Justus Frantz soll bei einer Kulturveranstaltung mitwirken. Ein Rätsel gibt Altkanzler Gerhard Schröder auf, der in Moskau gesichtet wurde. Möglicherweise trifft er Putin oder reist nach Sankt Petersburg weiter.
Trumps Zoll-Drama: Nächster Akt
Rund 166 Milliarden Dollar müssen die USA an Unternehmen zurückzahlen, weil sie unrechtmäßig Zölle erhoben hatten. Ein Bundesgericht hatte entschieden, dass Firmen ihre Ansprüche unkompliziert online geltend machen können. Bisher wurden rund 20 Milliarden von 85 Milliarden beantragten Forderungen zurückgezahlt. Doch US-Präsident Donald Trump will dagegen Berufung einlegen. Sein Ziel: Es soll möglichst kompliziert und teuer sein, die illegalen Zölle zurückzuerhalten. Trump hofft, dass viele Geschädigte aus Bequemlichkeit oder Angst vor Vergeltung auf ihr Geld verzichten.
Verlierer des Tages: Schulze und Voigt
Die CDU-Ministerpräsidenten Sven Schulze (Sachsen-Anhalt) und Mario Voigt (Thüringen) forderten in einem Gastbeitrag mehr deutschsprachige Musik im Radio. Sie sprachen von „kultureller Selbstbehauptung“. Doch der Beitrag soll offenbar mit KI erstellt worden sein. Ein KI-Detektor hält es für wahrscheinlich, dass der Text nicht von Menschenhand stammt. Die Thüringer Staatskanzlei erklärte, der Beitrag sei eigenständig erstellt und mehrfach bearbeitet worden, wobei digitale Hilfsmittel zum Einsatz kamen.
Weitere Nachrichten der Nacht
Trump macht Bill Pulte zum vorläufigen Geheimdienstchef, was auch Republikaner beunruhigt. In Dortmund stellte sich ein Schütze der Polizei, nachdem er auf einen Polizisten geschossen und sich mit seinen Kindern verschanzt hatte. Die Kinder sind wohlauf. Die deutsche Fußballnationalmannschaft ist in Chicago gelandet.



