Die deutschen Exporte haben im April trotz der weltwirtschaftlichen Belastungen durch den Iran-Krieg den dritten Monat in Folge zugelegt. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte, stiegen die Ausfuhren aufgrund der höheren Nachfrage aus Europa und den USA um 0,9 Prozent im Vergleich zum Vormonat auf 136,6 Milliarden Euro.
Überraschender Anstieg trotz Krisen
Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten hingegen mit einem Rückgang von 0,5 Prozent gerechnet. Im März hatte es ein Plus von 0,3 Prozent gegeben, im Februar sogar von 3,6 Prozent. Die Importe legten im April um 1,2 Prozent auf 122,1 Milliarden Euro zu.
EU und USA als Treiber
Die Exporte in die EU-Staaten stiegen um 1,0 Prozent auf 79,1 Milliarden Euro. Die meisten Ausfuhren in ein einzelnes Land gingen erneut in die USA: Dorthin wurden deutsche Waren im Wert von 11,4 Milliarden Euro geliefert, was einem Plus von 1,8 Prozent zum Vormonat entspricht. Das deutsche China-Geschäft schrumpfte dagegen: Die Ausfuhren in die Volksrepublik sanken um 3,5 Prozent auf 5,8 Milliarden Euro.
Stimmung in der Exportwirtschaft trübt sich ein
Ob der Aufwärtstrend anhält, ist fraglich. Die Stimmung in der deutschen Exportwirtschaft ist aktuell so schlecht wie seit über einem Jahr nicht mehr. Das Barometer für die Exporterwartungen des Münchner Ifo-Instituts sank im Mai auf minus 5,5 Punkte, nach minus 1,2 Zählern im April. Das ist der schlechteste Wert seit April 2025. „Trotz einer Erholung des Exportgeschäfts im ersten Quartal bleiben die Aussichten schwierig“, sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. „Die geopolitische Unsicherheit ist weiterhin hoch.“
DIHK-Umfrage bestätigt düstere Aussichten
Zu einem ähnlichen Befund kommt die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK), die 23.000 Unternehmen befragt hat. Demnach rechnen 29 Prozent der Industriebetriebe mit sinkenden Ausfuhren, nur 19 Prozent mit steigenden. „Die ersten Anzeichen einer Exporterholung zu Jahresbeginn hat der Nahost-Schock zunichtegemacht“, so die DIHK. Die geopolitischen Spannungen, insbesondere der Iran-Krieg, belasten die Exportaussichten erheblich. Der deutsche Ost-Handel übertrifft derweil deutlich den mit den USA und China.



