Ölpreis steigt nach Huthi-Angriffen wieder über 100 Dollar
Ölpreis steigt nach Huthi-Angriffen über 100 Dollar

Die Eskalation im Nahostkonflikt hat den Ölpreis am Donnerstag wieder über die psychologisch wichtige Marke von 100 Dollar pro Barrel getrieben. Ein Fass der Nordseesorte Brent verteuerte sich um fast 6,5 Prozent auf 100,05 Dollar. Zuletzt hatte der Preis Ende Mai diese Schwelle überschritten. Auslöser sind neue Angriffe der von Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen auf saudische Öltanker im Roten Meer.

Huthi eröffnen neue Front im Roten Meer

Die Huthi-Rebellen hatten nach eigenen Angaben zwei saudische Öltanker in der Meerenge Bab el-Mandeb attackiert. Diese strategisch wichtige Wasserstraße verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und wird auch „Tor der Tränen“ genannt. Analysten sehen darin eine gefährliche Ausweitung des Konflikts: Bislang konzentrierten sich die Angriffe auf die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des globalen Ölverbrauchs transportiert wird. Nun gerät mit Bab el-Mandeb eine zweite wichtige Handelsroute unter Beschuss.

„Die Sorge vor weiteren Lieferunterbrechungen in der Region wächst“, kommentierte ein Rohstoffexperte der Commerzbank. „Sollte die Straße von Hormus länger blockiert bleiben, könnte der Preis für Brent im vierten Quartal wieder die Marke von 120 Dollar pro Barrel überschreiten“, fürchten Analysten von Goldman Sachs laut der Nachrichtenagentur Reuters.

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Ölpreis noch unter Jahreshoch

Trotz des jüngsten Anstiegs liegt der Ölpreis noch unter dem Jahreshoch von rund 126 Dollar, das Ende April erreicht wurde. Der Beginn des Irankriegs durch die USA und Israel im Februar hatte den Preis damals stark nach oben getrieben. Seit Tagen werden wieder Schiffe in der Straße von Hormus angegriffen. Dem SPIEGEL vorliegende Daten zeigen, dass nur noch wenige Tanker die Meerenge passieren. Die Blockade der Straße von Hormus und die neue Bedrohung im Roten Meer könnten die globale Ölversorgung ernsthaft gefährden.

Die Weltwirtschaft spürt die Folgen bereits. Neben dem Anstieg des Rohölpreises verteuern sich auch Benzin und Diesel an den Zapfsäulen. Sollte der Konflikt weiter eskalieren, droht eine neue Ölkrise mit weitreichenden wirtschaftlichen Konsequenzen.

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