Die Rekordjagd an der Wall Street ist vorerst gestoppt. Steigende Ölpreise und die Sorge vor einer Eskalation im Nahen Osten haben die Anleger zu Gewinnmitnahmen veranlasst. Der Dow-Jones-Index fiel um 1,2 Prozent auf 50.687 Punkte, der S&P 500 gab 0,7 Prozent auf 7554 Zähler nach und der Nasdaq verlor 0,9 Prozent auf 26.854 Punkte.
Geopolitische Spannungen belasten
Neue Gefechte zwischen den USA und dem Iran haben die brüchige Feuerpause im Nahen Osten erschüttert und die Ölpreise in die Höhe getrieben. Investoren befürchten, dass ein anhaltender Konflikt und die Blockade der Straße von Hormus die Inflation weiter anheizen könnten, erklärte Bill Northey, Investmentdirektor bei U.S. Bank Wealth Management. Diese Entwicklung dämpft die Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen durch die US-Notenbank Fed. Laut dem FedWatch-Tool der Börse CME steigt die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Dezember auf 41,1 Prozent, verglichen mit nur 9,1 Prozent vor einem Monat.
Konjunkturbericht zeigt gemischtes Bild
Der regionale Wirtschaftsbericht der Fed, das Beige Book, signalisiert zwar eine anziehende Konjunktur, weist aber auf die allgegenwärtigen Belastungen durch höhere Energiekosten hin. John Williams, Präsident der New Yorker Fed, betonte, die Geldpolitik sei derzeit gut aufgestellt und müsse trotz der Inflationsrisiken nicht geändert werden.
Finanz- und Technologiesektor unter Druck
Besonders stark betroffen waren Aktien aus dem Finanz- und Technologiesektor. Eine Ausnahme bildeten Werte aus dem Bereich Künstliche Intelligenz (KI), die sich unbeeindruckt von den geopolitischen Risiken zeigten. Der Halbleiterindex legte um 1,4 Prozent zu. Aktien von Chipentwicklern wie Marvell, Intel, Qualcomm und Sandisk gewannen zwischen 3,7 und 6,7 Prozent. Auch Meta stach mit einem Plus von 4,2 Prozent hervor, während sechs der sieben großen Tech-Aktien Kursverluste verbuchten.
Vermögensverwalter verlieren
Unter Druck gerieten die Aktien von Vermögensverwaltern. Auslöser war die Entscheidung der Schweizer Partners Group, die Auszahlungen aus einem 8,6 Milliarden Dollar schweren Private-Equity-Fonds zu begrenzen. In der Folge fielen die Papiere von US-Konkurrenten wie KKR, Blackstone, Blue Owl und Ares Management um 3,9 bis 4,2 Prozent.
Energieaktien und GameStop legen zu
Zu den Gewinnern zählten hingegen die Energieaktien, die von den steigenden Ölpreisen profitierten. Für Aufsehen sorgte zudem GameStop: Die Aktien des Videospielhändlers sprangen um sechs Prozent in die Höhe. Das Unternehmen hatte einen Anstieg des Quartalsumsatzes gemeldet und ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von zwei Milliarden Dollar angekündigt.



