Die Blockade der Straße von Hormus belastet die Weltwirtschaft. Seit Beginn des Iran-Krieges ist die Meerenge faktisch für den internationalen Schiffsverkehr gesperrt. Nun stocken die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran, und Reedereien dämpfen die Erwartungen auf eine baldige Normalisierung.
Verhandlungen treten auf der Stelle
US-Präsident Donald Trump verspricht immer wieder eine baldige Einigung auf ein Abkommen, während Teheran tiefes Misstrauen gegenüber den USA bekundet. Die Öffnung der Straße von Hormus ist zwar ein zentraler Verhandlungspunkt, doch selbst bei einer Einigung zeigen sich Schifffahrtsunternehmen zurückhaltend.
Forderungen der Reedereien
Auf der internationalen Schifffahrtsmesse Posidonia in Athen formulierten mehrere Unternehmen konkrete Forderungen. Pankaj Khanna, Präsident von Heidmar Maritime Holdings, erklärte: „Was wir brauchen, ist ein Rahmenwerk, Vorschriften oder Regelungen, die uns genau vorgeben, wie wir hinein- und wieder herauskommen können.“ Auch Yiannis Procopiou von Centrofin Management betonte die Notwendigkeit klarer Regeln für den Umgang mit den USA und dem Iran.
Vertrauen als Schlüsselfaktor
Gene Seroka, Geschäftsführer des Hafens von Los Angeles, sagte gegenüber CNN: „Die größere Frage ist, ob Reedereien, Versicherer und Schiffsbetreiber genügend Vertrauen in die langfristige Sicherheitslage haben, um den regulären Schiffsverkehr wieder aufzunehmen.“ Eine nicht namentlich genannte Quelle aus der Ölindustrie ergänzte: „Wir werden keine vollständige Wiederaufnahme erleben, solange es keine verlässlichere Garantie für eine sichere Durchfahrt gibt.“
Hintergrund der Krise
Vor dem Krieg wurde durch die Straße von Hormus ein Fünftel des weltweiten Bedarfs an Öl und Flüssigerdgas verschifft. Seit Kriegsbeginn ist die Meerenge blockiert, und trotz geltender Waffenruhe kam es im Mai zu Angriffen. Die USA werfen dem Iran zudem vor, Minen verlegt zu haben. Die Reedereien fordern nun ein klares Abkommen, das die Sicherheit der Schifffahrt garantiert.



