Die Arbeitslosigkeit in Deutschland steigt seit Jahren, dennoch waren im ersten Quartal 2026 bundesweit mehr als eine Million Arbeitsplätze unbesetzt. Dies geht aus der aktuellen Stellenerhebung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg hervor. Zwischen Januar und März 2026 lag die Zahl der offenen Stellen bei 1,15 Millionen – das sind 105.800 weniger als im vierten Quartal 2025. Auf jede offene Stelle kommen derzeit 264 Arbeitslose, 13 mehr als vor einem Jahr und 33 mehr als im Schlussquartal 2025.
Stagnation auf niedrigem Niveau
„Die Arbeitskräftenachfrage stagniert damit im ersten Quartal 2026 weiterhin auf einem niedrigen Niveau“, erklärte IAB-Arbeitsmarktforscher Alexander Kubis. Das Verhältnis von Arbeitslosen zu offenen Stellen spiegele einen schwachen Arbeitsmarkt wider. Ein wesentlicher Grund dafür ist das Missverhältnis zwischen den Anforderungen der Arbeitgeber und den Qualifikationen der verfügbaren Arbeitskräfte.
Qualifikationslücke als Hindernis
Im vierten Quartal 2025 erforderten lediglich 24 Prozent (rund 304.700) der offenen Stellen keinen Berufsabschluss. Gleichzeitig suchte fast die Hälfte der Arbeitssuchenden (48 Prozent, etwa 2,23 Millionen Personen) eine neue Beschäftigung, für die keine Ausbildung nötig ist, betonte Kubis. Diese Diskrepanz zeigt, dass viele Arbeitslose nicht die gefragten Qualifikationen mitbringen.
Erhebung erfasst gesamtes Stellenangebot
Die IAB-Stellenerhebung erfasst seit 1989 das gesamte Stellenangebot in Deutschland, also auch solche Stellen, die den Arbeitsagenturen nicht gemeldet werden. In der monatlichen Arbeitsmarktstatistik der Bundesagentur für Arbeit werden daher nur rund 600.000 offene Stellen ausgewiesen – die Differenz von gut 500.000 Stellen wird den Agenturen nicht gemeldet. Für das erste Quartal 2026 lagen den Forschern Antworten von 9.342 Arbeitgebern aller Wirtschaftsbereiche vor.
Ausblick
Die stagnierende Nachfrage und die anhaltende Qualifikationslücke bleiben zentrale Herausforderungen für den deutschen Arbeitsmarkt. Experten fordern gezielte Weiterbildungsmaßnahmen, um die Passung zwischen Angebot und Nachfrage zu verbessern.



