Die Ernte fällt in diesem Jahr regional sehr unterschiedlich aus, doch selbst bei guten Erträgen rechnet sich für viele Betriebe die Arbeit nicht mehr. Darauf wies der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern bei seiner traditionellen Ernte-Pressekonferenz in Sietow (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) hin.
Sinkende Preise bei hohen Kosten
Bauernpräsident Karsten Trunk erklärte, dass sinkende Erzeugerpreise auf anhaltend hohe Produktionskosten träfen. Gleichzeitig stellten häufigere Extremwetterlagen die Landwirtschaft vor wachsende Herausforderungen. Entscheidend für die Ernte seien der Standort und die Menge der Niederschläge.
„Doch selbst dort, wo die Erträge stimmen, geht die Rechnung für viele Betriebe nicht mehr auf. Genau diese Entwicklung bereitet uns große Sorgen“, so Trunk. Qualitätsweizen werde aktuell bundesweit für rund 170 Euro je Tonne gehandelt, Futtergerste für unter 160 Euro. Damit lägen die Getreidepreise erneut deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Gleichzeitig blieben die Kosten für Dünger, Pflanzenschutz, Energie, Diesel und Löhne aber hoch.
Warnung vor Zukunft der Höfe
„Die Ernte stimmt vielerorts. Die Rechnung stimmt immer öfter nicht“, warnte Trunk. „Genau diese Schere geht für unsere Betriebe immer weiter auseinander. Wer dauerhaft unter seinen Produktionskosten wirtschaften muss, kann weder investieren noch Rücklagen bilden. Das gefährdet die Zukunft unserer Höfe – und damit langfristig auch die regionale Lebensmittelproduktion.“



