Die PSD Bank Nürnberg hat ihre Bauzinsen angehoben: Der effektive Jahreszins stieg von 3,59 auf 3,62 Prozent. Trotz dieser Erhöhung bleibt das Angebot im Marktvergleich attraktiv, wie ein aktueller Check zeigt. Verbraucher sollten die Konditionen genau vergleichen, da schon kleine Zinsunterschiede über die Laufzeit erhebliche Auswirkungen haben.
PSD Bank Nürnberg: Neue Konditionen im Detail
Die PSD Bank Nürnberg berechnet den Zins auf Basis eines Darlehens von 300.000 Euro, zehn Jahren Zinsbindung und einer anfänglichen Tilgung von einem Prozent. Der Beleihungsauslauf liegt bei rund 50 Prozent. Die monatliche Rate steigt von 1.337,94 Euro auf 1.346,80 Euro – das bedeutet Mehrkosten von 8,86 Euro pro Monat beziehungsweise 106,32 Euro jährlich.
Die Bank tritt sowohl als Darlehensgeber als auch als Vermittler auf und vergleicht nach eigenen Angaben Angebote von rund 400 Anbietern. Die Berechnung erfolgt ohne Nebenkosten wie Grunderwerbsteuer oder Maklerkosten.
Marktvergleich: PSD Bank liegt unter den Durchschnittszinsen
Im Vergleich zu anderen Anbietern schneidet die PSD Bank Nürnberg gut ab. Der Vermittler Interhyp gibt für zehnjährige Laufzeiten einen üblichen Zins von 3,95 Prozent an. Die PSD Bank liegt mit einem Sollzins von 3,56 Prozent und einem effektiven Jahreszins von 3,62 Prozent deutlich darunter. Dr. Klein nennt eine Top-Zinsspanne von 3,57 bis 4,22 Prozent – auch hier bewegt sich die PSD Bank am unteren Ende.
EZB hält Leitzins stabil – Auswirkungen auf Bauzinsen
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzins unverändert bei 2,25 Prozent belassen. Der für Verbraucher relevante Einlagenzins bleibt ebenfalls stabil. Florian Pfaffinger, Zinsexperte bei Dr. Klein, erwartet in den kommenden Wochen eine Seitwärtsbewegung der Konditionen: „Kurzfristige Zins-Dellen ließen sich dann mit guter Vorbereitung nutzen, sollten jedoch keinesfalls die Basis einer Finanzierung darstellen.“ Kurzfristig rechnet er mit Schwankungen, mittelfristig mit einer leichten Aufwärtstendenz.
Aktuelle Bauzinsen im Wochenvergleich
Ein Fallbeispiel zeigt die Unterschiede: Ein Paar kauft eine Bestandsimmobilie für 400.000 Euro und bringt 80.000 Euro Eigenkapital mit. Die Finanzierung erfolgt mit zehn Jahren Zinsbindung und zwei Prozent anfänglicher Tilgung. Die günstigsten Angebote kommen von Dr. Klein und der DTW Immobilienfinanzierung mit einem effektiven Jahreszins von 3,81 Prozent und einer monatlichen Rate von 1.677 Euro. Interhyp liegt bei 3,86 Prozent und 1.693 Euro, Baufi24 bei 4,07 Prozent und 1.751 Euro. Das bedeutet eine jährliche Differenz von rund 888 Euro zwischen dem günstigsten und dem teuersten Angebot.
ING führt Rabatte ein
Die ING hat nach einer Zinserhöhung zwei Rabatte eingeführt. Kreditnehmer erhalten bei Darlehen ab 450.000 Euro einen Zinsrabatt von bis zu 0,10 Prozentpunkten. Zudem können Kunden 0,10 Prozentpunkte sparen, wenn sie ihr Gehaltskonto bei der ING führen. Die Rabatte gelten für Neu- und Anschlussfinanzierungen, Forward-Darlehen und Aufbaufinanzierungen, nicht jedoch für Verlängerungen bestehender Darlehen.
1822direkt erhöht Bauzinsen
Die Sparkassentochter 1822direkt hat ihren repräsentativen Effektivzins von 3,65 auf 3,85 Prozent angehoben. Basis ist ein Darlehen über 300.000 Euro mit zehnjähriger Zinsbindung und zwei Prozent anfänglicher Tilgung. Die monatliche Rate steigt um rund 47 Euro auf 1.440 Euro. Zu beachten ist ein Zinsaufschlag von 0,10 Prozentpunkten für Immobilien, die nicht die Energieeffizienzklasse A oder A+ erreichen.
Allianz und Commerzbank ziehen nach
Die Allianz erhöht die Bauzinsen ab dem 17.07.2026: Der effektive Jahreszins steigt auf 4,74 Prozent. Bei einem Darlehen von 150.000 Euro und 25 Jahren Zinsbindung ergibt sich eine monatliche Rate von 827,50 Euro. Die Commerzbank hat den effektiven Jahreszins auf 4,00 Prozent angehoben – bei 100.000 Euro und zehn Jahren Zinsbindung steigt die monatliche Rate auf 1.009,13 Euro.
Fazit: Vergleichen lohnt sich
Die Bauzinsen befinden sich im Aufwärtstrend. Dennoch gibt es weiterhin attraktive Angebote, insbesondere von der PSD Bank Nürnberg, Dr. Klein und der DTW Immobilienfinanzierung. Verbraucher sollten mehrere Angebote einholen und die Konditionen genau vergleichen, da die Kreditinstitute unterschiedlich schnell auf die Marktentwicklung reagieren.



