DAK-Report: Ältere Beschäftigte in Hessen wollen früh in Rente
DAK-Report: Ältere in Hessen wollen früh in Rente

Ältere Arbeitnehmer in Hessen sind seltener, aber länger krankgeschrieben als jüngere Kollegen. Viele von ihnen möchten vorzeitig in Rente gehen – auch wenn sie gesundheitlich kaum eingeschränkt sind. Das zeigt der aktuelle DAK-Gesundheitsreport „Arbeiten ab 50“, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Studiendesign und Methodik

Für den Report analysierte das IGES-Institut im Auftrag der DAK-Gesundheit die Krankenstände von rund 257.000 DAK-versicherten Beschäftigten in Hessen. Ergänzend führte das Meinungsforschungsinstitut Forsa im November 2025 eine repräsentative Online-Umfrage unter 1.005 Menschen in Hessen durch.

Krankenstand: Ältere seltener, aber länger krank

Erwerbstätige ab 50 Jahren sind mit 180 Ausfalltagen je 100 Versicherte deutlich seltener krankgeschrieben als jüngere Beschäftigte, bei denen diese Quote bei 231 Tagen liegt. Allerdings dauert eine durchschnittliche Krankschreibung ab 50 Jahren mit 15,3 Tagen etwa doppelt so lange wie bei Beschäftigten bis 49 Jahren, die im Schnitt nur 7,9 Tage krankgeschrieben sind.

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Im Alter von 66 Jahren liegt der Krankenstand der Beschäftigten im Schnitt bei 11 Prozent – und damit doppelt so hoch wie bei den 50- bis 54-Jährigen. Überraschenderweise fällt der Krankenstand ab 67 Jahren auf nur 5 Prozent ab. Die DAK erklärt dies damit, dass nach Erreichen des Rentenalters vor allem überdurchschnittlich gesunde Beschäftigte weiter erwerbstätig sind.

Rentenwünsche: Jeder Zweite will früher gehen

42 Prozent aller Beschäftigten in Hessen denken daran, vor dem gesetzlichen Renteneintrittsalter aus dem Erwerbsleben auszuscheiden. 36 Prozent möchten bis zum Rentenalter arbeiten, während 9 Prozent über das gesetzliche Rentenalter hinaus arbeiten wollen.

Von den älteren Beschäftigten in Hessen ab 50 Jahren planen 56 Prozent einen Ausstieg vor dem Rentenalter. Damit liegt das Land 4 Prozentpunkte über dem Bundesdurchschnitt. Selbst Beschäftigte mit sehr gutem oder gutem Gesundheitszustand denken zu 40 Prozent daran, vorzeitig aufzuhören. Bei den Beschäftigten mit einem schlechteren Gesundheitszustand sind es 49 Prozent.

Forderungen der DAK

„Der DAK-Gesundheitsreport liefert wichtige Erkenntnisse für die aktuelle Debatte über eine Rentenreform und längere Arbeitszeiten: Wenn jeder zweite ältere Beschäftigte im Land vorzeitig aus dem Berufsleben ausscheiden möchte, ist das ein klares Signal“, sagt Britta Dalhoff, DAK-Landeschefin in Hessen.

Was würde die Beschäftigten im Beruf halten? Für 62 Prozent spielen „gute Arbeitsbedingungen“ eine große oder sehr große Rolle. Auf Platz zwei nannten 57 Prozent: „Meine Arbeit bereitet mir große Freude“. DAK-Landeschefin Dalhoff fordert entsprechend „gute Arbeitsbedingungen, mehr Wertschätzung am Arbeitsplatz und ein betriebliches Gesundheitsmanagement, das die Bedürfnisse älterer Beschäftigter stärker berücksichtigt“.

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