Detektiv überführt Blaumacher: Zwei Drittel der Fälle erfolgreich
Detektiv überführt Blaumacher in zwei Dritteln der Fälle

Die Bundesregierung verschärft die Regeln für Krankschreibungen. Hintergrund ist der Verdacht, dass viele Arbeitnehmer sich unberechtigt krankmelden. Der Detektiv Patrick Kurtz ist seit Jahren im Auftrag von Unternehmen unterwegs, um genau diese Fälle zu überführen. Im Interview erklärt er, wie er vorgeht und wo die Grenzen liegen.

Der Fall der Blaumacher

Kurtz betont, dass er normalerweise nicht einer Meinung mit Friedrich Merz sei, aber in diesem Punkt stimme er dem CDU-Chef zu: „Mit Krankschreibungen wird viel Schindluder getrieben“, sagt er. Besonders für kleinere Unternehmen sei das eine enorme Belastung. Allerdings glaubt Kurtz nicht, dass es Merz primär um die kleineren Betriebe geht. Das sei ein anderes Thema.

Die Erfolgsquote des Detektivs

Auf die Frage, wie oft er Blaumacher überführen könne, antwortet Kurtz: „Grob geschätzt in zwei Dritteln der Fälle.“ Diese Zahl bedeute aber nicht, dass es in Deutschland einen flächendeckenden Krankschreibungsbetrug gebe. Sein Unternehmen werde nur tätig, wenn ein konkreter Anfangsverdacht vorliege. „Wir arbeiten nur dort, wo bereits Hinweise auf Missbrauch existieren“, erklärt der Privatermittler.

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Die Grenzen der Detektivarbeit

Es gibt jedoch eine Diagnose, bei der Kurtz machtlos ist. Welche das ist, verrät er nicht im Detail, aber es handelt sich um bestimmte psychische Erkrankungen, die sich kaum durch Observation überprüfen lassen. „Wenn jemand mit Burn-out oder Depression zu Hause ist, kann ich nicht einfach durchs Fenster schauen und feststellen, ob er wirklich krank ist“, so Kurtz. Diese Fälle blieben oft ungeklärt.

Die neue Regelung der Bundesregierung soll härtere Strafen für wiederholte unberechtigte Krankschreibungen vorsehen. Arbeitgeber hoffen auf eine Entlastung. Kritiker warnen dagegen vor einem Generalverdacht gegen alle krankgeschriebenen Arbeitnehmer. Kurtz selbst sieht die Maßnahmen ambivalent: „Sie helfen, aber sie lösen nicht das Grundproblem.“

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