Kaffee gehört für viele Menschen zum täglichen Leben. Ob am Morgen zum Wachwerden oder als kleine Pause zwischendurch: Das Getränk wird weltweit in großen Mengen konsumiert. Eine neue wissenschaftliche Untersuchung legt nun nahe, dass nicht nur die Menge des Kaffees, sondern möglicherweise auch die Zubereitungsart mit bestimmten Alterungsprozessen im Körper zusammenhängen könnte.
Studie untersucht Zusammenhang zwischen Kaffee und Altern
Forscher haben Daten von fast 50.000 Menschen ausgewertet, um den Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum und biologischem Altern zu untersuchen. Grundlage der Untersuchung waren Daten aus der britischen UK Biobank. In die Auswertung flossen 49.414 Teilnehmer ein, die im Durchschnitt 56,4 Jahre alt waren. Die Wissenschaftler betrachteten drei unterschiedliche Anzeichen: zwei Berechnungen des biologischen Alters, die unter anderem Blutwerte und Gesundheitsdaten einbeziehen, sowie die Länge der Telomere. Telomere schützen die Enden der Chromosomen und werden im Laufe des Lebens normalerweise kürzer – sie gelten als möglicher Hinweis auf Alterungsprozesse in den Zellen.
Filterkaffee: Günstigere Werte bei biologischer Alterung
Bei Teilnehmern, die Filterkaffee tranken, fanden die Forscher im Vergleich zu Menschen ohne Kaffeekonsum insgesamt günstigere Werte. Je mehr Filterkaffee konsumiert wurde, desto stärker zeigte sich dieser Zusammenhang bei bestimmten Messwerten. Bei Personen mit mehr als drei Tassen Filterkaffee täglich lag einer der untersuchten Werte für das biologische Alter im Durchschnitt um etwa 1,1 Jahre niedriger als bei Menschen, die keinen Kaffee tranken. Bei einem Konsum von ein bis drei Tassen betrug der Unterschied ungefähr neun Monate. Auch die Länge der Telomere deutete bei Filterkaffee-Konsumenten auf einen möglicherweise langsameren Alterungsprozess hin, allerdings war dieser Zusammenhang nicht in allen Auswertungen eindeutig.
Instantkaffee: Leichte Hinweise auf beschleunigte Alterung
Anders sah es bei löslichem Kaffee aus. Hier fanden die Forscher Hinweise darauf, dass ein höherer Konsum mit ungünstigeren Werten beim biologischen Alter verbunden sein könnte. Menschen, die mehr Instantkaffee tranken, zeigten häufiger Anzeichen für eine beschleunigte Alterung in den untersuchten Berechnungen. Auch bei den Telomeren gab es Hinweise auf kürzere Strukturen. Die Forscher weisen jedoch darauf hin, dass die Unterschiede sehr klein waren – die gemessenen Veränderungen entsprachen meist nur einem Zeitraum von etwa ein bis zwei Monaten beim biologischen Alter. Für einzelne Menschen dürfte dieser Unterschied daher kaum spürbare Auswirkungen haben.
Mögliche Erklärungen und Einschränkungen
Warum Filterkaffee und Instantkaffee unterschiedlich mit den Alterungswerten verbunden waren, kann die Studie nicht beantworten. Die Wissenschaftler untersuchten verschiedene biologische Faktoren, die eine Rolle spielen könnten, darunter den Grundumsatz des Körpers, bestimmte Entzündungswerte sowie Cystatin C, ein Wert, der mit der Nierenfunktion zusammenhängt. Ein bestimmter Entzündungsmarker namens GlycA zeigte dabei einen statistischen Zusammenhang mit den Ergebnissen. Die Forscher sehen darin mögliche Hinweise darauf, welche Prozesse beteiligt sein könnten.
Trotz der großen Zahl an Teilnehmern lässt die Untersuchung keine sichere Aussage darüber zu, ob Filterkaffee tatsächlich vor schnellerem Altern schützt oder Instantkaffee den Alterungsprozess beschleunigt. Die Studie beobachtete lediglich Zusammenhänge, keine Kausalität. Die Teilnehmer wurden nicht über einen längeren Zeitraum gezielt untersucht und erhielten auch keine bestimmte Kaffeeart. Zudem basierten die Angaben zum Kaffeekonsum auf eigenen Aussagen der Teilnehmer. Zwar berücksichtigten die Forscher viele mögliche Einflussfaktoren wie Alter, Geschlecht, Gewicht, Bewegung, Rauchen und bestimmte Krankheiten – andere Unterschiede zwischen den Gruppen können jedoch nicht vollständig ausgeschlossen werden.



