Uganda hat den jüngsten Ebolaausbruch im Land offiziell für beendet erklärt. Mit dem Virus hatten sich nachweislich 20 Menschen infiziert, zwei von ihnen starben. Gesundheitsminister Chris Baryomunsi sagte am Dienstag, das Ministerium habe landesweit eine intensive Überwachung aufrechterhalten. Es seien keine neuen Ebolafälle mehr nachgewiesen worden.
Der Ausbruch war Mitte Mai bekannt gegeben worden. 15 der 20 Infizierten hatten sich in der benachbarten Demokratischen Republik Kongo angesteckt. Das zentralafrikanische Land gilt als Epizentrum der aktuellen Epidemie, mit Schwerpunkt in der östlichen Provinz Ituri, die an Uganda grenzt.
Rekordzahlen in der DR Kongo
In der DR Kongo liegt die Zahl der bestätigten Fälle inzwischen fast auf Rekordniveau. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, wurden in dem Land bislang 3262 Infektionen gezählt, 1437 Patienten starben. Bei dem bisher schwersten Ausbruch in der DR Kongo und Uganda wurden zwischen 2018 und 2020 mehr als 3400 Infizierte und mehr als 2200 Tote gemeldet. Noch schwerer wütete Ebola nur 2014 bis 2016 in mehreren westafrikanischen Ländern mit Zehntausenden Betroffenen.
Schnellere Ausbreitung und fehlende Impfstoffe
Die aktuelle Epidemie breitet sich jedoch erheblich schneller aus. Sie wird auf die Virusvariante Bundibugyo zurückgeführt, für die es noch keine zugelassenen Impfstoffe oder Arzneimittel gibt. „Die Tatsache, dass wir in nur zehn Wochen fast dieselbe Fallzahl feststellen wie über einen beinahe zweijährigen Ausbruch, ist alarmierend und sollte uns innehalten lassen“, sagte Onesphore Bangenza, Teamleiter der Hilfsorganisation Mercy Corps in Bunia, der Provinzhauptstadt von Ituri. „Ohne Zweifel bewegt sich das Virus schneller, als wir es eindämmen können.“
Erschwert wird der Kampf gegen die Epidemie durch Gewalt von Rebellen im Osten des Kongo sowie durch Streiks von Gesundheitskräften, die ihre nicht ausgezahlten Löhne einfordern. Eine zentrale Herausforderung der Nachverfolgung besteht darin, dass der „Patient Null“ bislang nicht identifiziert wurde. Tausende Menschen, die mit Infizierten in Kontakt gekommen sind, lassen sich schwer kontaktieren, weil sie durch bewaffnete Konflikte und illegalen Bergbau vertrieben wurden oder davor flohen.
Fortschritte im Kampf gegen Misstrauen
Immerhin zeigen sich Fortschritte im Abbau des Misstrauens zwischen der Bevölkerung und den Gesundheitskräften, das vor allem in der Anfangsphase des Ausbruchs zu beobachten war. „Wir dürfen nie wieder Krieg gegen die Ebola-Teams führen“, sagte Fabrice Mumbesa, ein Einwohner von Mongbwalu, einer Bergbaustadt im Zentrum des Ausbruchs, in der Bewohner zuvor mehrere Behandlungszentren niedergebrannt hatten. „Wir haben Familienangehörige verloren. Als Gemeinschaft haben wir ein großes Interesse daran, Ebola zu bekämpfen, um zu einem normalen Leben zurückzukehren.“



