CSD-Anschlag: Schutz queerer Menschen darf keine Geldfrage sein
CSD-Anschlag: Queere brauchen mehr als Solidarität

Eine Tote, 29 Verletzte und eine Community in Schock und tiefer Trauer: Was am Samstagabend auf der Berlin Pride passiert ist, hat Deutschlands queere Menschen ins Mark getroffen. Der Hass des Attentäters, die zynische Ablehnung in den Kommentarspalten, sind für LGBTQIA+ freilich nichts Neues. Jede*r kennt das, vom Arbeitsplatz, aus der Familie, in Schulen, Fußgängerzonen und im Bundestag.

Der Anschlag galt der Freiheit aller – aber besonders den Queeren

Dieser Anschlag galt der Freiheit aller Menschen in Deutschland. Aber in der Community besteht kein Zweifel: Er galt Queeren im Besonderen. Der Attentäter fuhr nicht zufällig in den Tiergarten. Deswegen ist es zwar richtig, jetzt die Strafverfolgung auf den Prüfstand zu stellen und zu fragen: Wie lassen sich solche Taten besser verhindern? Jeder Mensch verdient das Leben, egal welchen Glaubens er ist, wen er liebt, woher er kommt.

Mehr Polizei allein reicht nicht

Es reicht aber nicht aus, nur mehr Polizei – und Gerichte – mit noch mehr Befugnissen auszustatten. Aus der SPD kommt der Vorschlag, den Schutz queerer Menschen im Grundgesetz besonders zu verankern. Das ist begrüßenswert. Die Länder haben bereits einen Gesetzentwurf eingebracht, eine Zweidrittelmehrheit im Bundestag wäre machbar. Es fehlt nur die Union.

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Queere sind derweil nicht nur bedroht von Islamisten und Rechtsextremisten. Vor allem junge Queers leiden unter gesellschaftlicher Ausgrenzung und Mobbing. Das hat tödliche Folgen: Bis zu viermal höher ist die Suizidrate unter queeren Menschen. Die Bundesregierung sollte dringend ihren Sparkurs überdenken. Milliarden für Sicherheit im Äußeren müssen wieder flankiert werden, mit der Unterstützung für queere Anlaufstellen. Sie schützen Leben.

Finanzielle Unterstützung für queere Einrichtungen gefordert

Der Kommentator Philipp Luther von der Funke Mediengruppe betont: „Der Schutz queerer Menschen darf keine Frage des Geldes sein.“ Er kritisiert, dass Solidaritätsbekundungen allein nicht ausreichen. Die Bundesregierung müsse handeln und die finanzielle Förderung von queeren Projekten und Beratungsstellen sicherstellen. Angesichts der hohen Suizidrate und der alltäglichen Diskriminierung sei dies eine Überlebensfrage.

Die queere Community hält Mahnwachen ab, so etwa vor dem Schauspielhaus in Bochum. Die Bilder der Trauer und Wut sind allgegenwärtig. Die Politik ist nun gefordert, Taten folgen zu lassen.

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