Finanzierungsexpertin warnt: Dieses Protokoll schützt vor Kostenfallen beim Hauskauf
Dieses Protokoll schützt vor Kostenfallen beim Hauskauf

Der Traum vom Eigenheim kann schnell zum finanziellen Albtraum werden, wenn nach dem Kauf unerwartete Sanierungskosten für Dach, Fassade oder Heizung drohen. Darauf weist Olga Magunia, Finanzierungsexpertin bei Dr. Klein, im Gespräch mit BILD hin. Ihr Rat: Ein spezielles Protokoll soll vor solchen Kostenfallen schützen.

Was genau ist das Kostenfallen-Protokoll?

Magunia empfiehlt Käufern, vor dem Kauf ein sogenanntes „Kostenfallen-Protokoll“ zu erstellen. Dabei handelt es sich um eine Checkliste, die alle potenziellen Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten der nächsten zehn Jahre auflistet – inklusive geschätzter Kosten. „Viele Käufer lassen sich von einer schönen Wohnung blenden, übersehen aber, dass in ein paar Jahren das Dach neu gedeckt oder die Heizung ausgetauscht werden muss“, so die Expertin. Eine aktuelle Umfrage des Immobilienverbands IVD zeigt, dass 35 Prozent der Eigentümer innerhalb der ersten fünf Jahre nach Kauf mit ungeplanten Ausgaben von über 20.000 Euro konfrontiert sind.

Praktische Tipps für das Protokoll

Das Protokoll sollte laut Magunia folgende Punkte umfassen: Zustand von Dach, Fenstern, Heizungsanlage, Elektrik und Sanitäranlagen. „Am besten holt man einen Baugutachter hinzu, der eine realistische Kostenschätzung abgibt.“ Zusätzlich sollten Käufer die Energieeffizienzklasse der Immobilie prüfen, da ab 2024 strengere Vorschriften für Heizungen gelten. „Wer jetzt eine alte Gasheizung kauft, muss unter Umständen schon in zwei Jahren aufrüsten – das kann 15.000 bis 25.000 Euro kosten“, warnt Magunia.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

So vermeiden Sie böse Überraschungen

Neben dem Protokoll rät Magunia, einen finanziellen Puffer von mindestens zehn Prozent des Kaufpreises einzuplanen. In Ballungsräumen wie München oder Frankfurt liegen die Quadratmeterpreise oft über 8.000 Euro, sodass allein der Puffer schnell sechsstellig wird. „Wer diesen Puffer nicht hat, sollte unbedingt eine Finanzierungsreserve in den Kreditvertrag einbauen lassen“, sagt die Expertin. Banken bieten oft Nachrangdarlehen oder KfW-Kredite für Sanierungen an, doch die Beantragung dauert Monate.

Magunia betont, dass das Protokoll nicht nur Kostenfallen aufdeckt, sondern auch als Verhandlungsargument dient: „Wenn der Gutachter Mängel feststellt, kann man den Kaufpreis um 10 bis 20 Prozent drücken.“ Eine Studie der Universität Regensburg bestätigt, dass Käufer mit bautechnischer Beratung im Schnitt 12 Prozent weniger zahlen. Der Schlüssel liege in der gründlichen Vorbereitung – und genau dafür sei das Kostenfallen-Protokoll das richtige Werkzeug.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration