Einzelhandel: Arbeitgeber legen Tarifverhandlungen in vier Ländern auf Eis
Einzelhandel: Tarifverhandlungen in vier Ländern auf Eis gelegt

In der aktuellen Tarifrunde im Einzelhandel haben die Arbeitgeber die Verhandlungen in vier Bundesländern vorerst gestoppt. Die für die kommenden Wochen geplanten Gesprächsrunden in Bayern, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Berlin-Brandenburg wurden abgesagt, wie der Handelsverband Bayern mitteilte. Die Arbeitgeber werfen dem Verdi-Bundesvorstand vor, eine bereits erzielte Einigung in Baden-Württemberg unterlaufen zu haben. Verdi hatte in der „Lebensmittelzeitung“ jedoch widersprochen und betont, dass die Tarifkommissionen der Gewerkschaft in den einzelnen Ländern ebenso abgestimmt seien wie bei den Arbeitgebern.

Hintergrund des Konflikts

Die bayerische HBE-Tarifgeschäftsführerin Melanie Eykmann kritisierte: „Die jüngsten Entwicklungen zeigen, dass in anderen Tarifgebieten vor Ort ausgehandelte Kompromisse am Verdi-Bundesvorstand scheitern.“ Verbandssprecher Bernd Ohlmann ergänzte: „Unter diesen Voraussetzungen sehen wir derzeit keine Grundlage für zielführende Verhandlungen in Bayern.“ Verdi fordert Lohnerhöhungen von sieben Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten, während die Arbeitgeber in mehreren Ländern lediglich 3,5 Prozent bei einer Laufzeit von zwei Jahren angeboten hatten. Bundesweit hatte es in den vergangenen Wochen zahlreiche Warnstreiks gegeben.

Auswirkungen auf die Tarifrunde

Die Aussetzung der Verhandlungen betrifft rund 1,5 Millionen Beschäftigte im Einzelhandel in den betroffenen Bundesländern. Die Arbeitgeber sehen keine Grundlage für weitere Gespräche, solange der Verdi-Bundesvorstand nicht von seiner ablehnenden Haltung abrücke. Der Verdi-Bundesvorstand hingegen verwies darauf, dass der in Baden-Württemberg erreichte Stand den anderen Tarifgebieten nicht ausreiche. Eine Wiederaufnahme der Verhandlungen ist derzeit nicht absehbar.

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