Eine aktuelle Analyse von BILD auf Basis von Daten der Bundesagentur für Arbeit offenbart enorme Ungerechtigkeiten bei der Lohnentwicklung in Deutschland. Die Auswertung der Median-Gehälter in zahlreichen Berufen zeigt, dass Frauen im Schnitt weiterhin deutlich weniger verdienen als Männer. Zudem klaffen die Steigerungsraten zwischen 2020 und 2025 extrem auseinander: Während einige Berufsgruppen einen Zuwachs von über 40 Prozent verzeichneten, kamen andere auf magere fünf Prozent.
Gastronomie mit Spitzenwerten – Lehrer abgehängt
Besonders überraschend ist der Boom in der Gastronomie: Die Gehälter stiegen um bis zu 40 Prozent. Grund dafür sind laut Bundesagentur für Arbeit die deutlichen Anhebungen des Mindestlohns, gute Tarifabschlüsse und eine hohe Nachfrage nach Fachkräften. Am unteren Ende der Skala finden sich Lehrer, die nur minimale Steigerungen erhielten. Die Corona-Pandemie, der Ukraine-Krieg und die wirtschaftlichen Folgen der Ampel-Regierung haben die Lohnentwicklung stark beeinflusst.
Inflation als stiller Gehaltskiller
Ein genauer Blick auf die Kaufkraft trübt die Freude über steigende Löhne: Von 2020 bis 2025 stiegen die Verbraucherpreise in Deutschland um rund 22,5 Prozent. Ein Einkauf für 100 Euro kostete Ende 2025 somit 122,50 Euro. Besonders betroffen: Lebensmittel, deren Preise um gut 36 Prozent anzogen. Zwar versuchen Discounter mit Apps und Rabatten Kunden zu locken, die Inflation bleibe aber spürbar. Immerhin: Nur wenige Berufe lagen mit ihrer Lohnerhöhung unterhalb der Inflationsrate.
Gender-Pay-Gap bleibt hartnäckig
Die Tabellen belegen zudem, dass der Gender-Pay-Gap weiterhin existiert. In nahezu allen Berufen verdienen Frauen weniger als Männer – teilweise mit erheblichen Differenzen. Dies sei ein strukturelles Problem, das sich in den vergangenen fünf Jahren kaum verbessert habe. Die Spannbreite der Lohnsteigerungen reicht von fünf Prozent in einigen krisengeplagten Branchen bis zu über 40 Prozent in der Gastronomie. Die Analyse zeigt: Wer in einem gefragten Bereich arbeitet, profitiert; andere bleiben auf der Strecke.



