Die hessische Wirtschaft wird nach Einschätzung der Bundesagentur für Arbeit auch in den kommenden Jahren auf Zuwanderung aus dem Ausland angewiesen sein. Grund dafür ist die demografische Entwicklung: In den nächsten sieben Jahren werden rund 295.000 Menschen aus den geburtenstarken Jahrgängen in den Ruhestand gehen – ohne dass in allen Fällen ausreichend Nachwuchs zur Verfügung steht. Die Arbeitsagentur betont, dass es an einheimischen Arbeitskräften fehlt, um die Lücken zu schließen.
Betriebe setzen zunehmend auf ausländische Mitarbeiter
„Umso wichtiger ist es, dass immer mehr Betriebe ausländische Arbeitnehmer beschäftigen“, erklärt Frank Martin, Chef der Regionaldirektion Hessen. Mehr als 80.000 Betriebe in Hessen beschäftigen bereits ausländische Mitarbeiter und seien dadurch „Chancengeber“. Sie sicherten Arbeits- und Fachkräfte für ihren Betrieb und für die Gesellschaft insgesamt. Laut aktuellen Daten der Arbeitsagentur sind in Hessen mehr als 567.400 Ausländerinnen und Ausländer in rund 80.500 Betrieben beschäftigt. Das entspricht rund 20 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Mit 49 Prozent aller Betriebe, die ausländische Angestellte haben, liegt Hessen bundesweit auf Platz zwei – nur Berlin weist einen höheren Anteil auf. Besonders kleinere Firmen haben bislang noch keine ausländischen Kollegen in ihrer Belegschaft.
Beschäftigungsaufbau seit 2015 fast ausschließlich durch Zuwanderer
Die Arbeitsagentur weist darauf hin, dass der Beschäftigungsaufbau in Hessen seit 2015 zu nahezu drei Vierteln mit Menschen aus dem Ausland gelungen ist. Von sämtlichen Beschäftigten ohne deutschen Pass arbeiten 43 Prozent in qualifizierten Jobs, 44 Prozent sind auf Helferniveau angestellt. Diese Zahlen verdeutlichen, wie stark die hessische Wirtschaft von Zuwanderung profitiert. Ohne die ausländischen Arbeitskräfte wäre der Fachkräftemangel in vielen Branchen noch drastischer. Die Regionaldirektion Hessen appelliert daher an Unternehmen, internationale Teams weiter auszubauen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.



