Insolvenzanträge in Deutschland auf höchstem Stand seit 14 Jahren
Insolvenzen erreichen 14-Jahres-Hoch in Deutschland

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland hat im April 2026 einen neuen Höchststand erreicht. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, registrierten die Amtsgerichte 2276 Fälle – ein Anstieg um 7,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Dies sei der höchste Wert seit 14 Jahren, erklärte die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) und nannte die Entwicklung einen „weiteren traurigen Rekord“.

Jedes fünfte Unternehmen kämpft mit Liquiditätsengpässen

Die DIHK stützt ihre Einschätzung auf eine Konjunkturumfrage unter mehr als 23.000 Unternehmen. Die Berichte der Betriebe verheißen demnach „auch für die kommenden Monate eine für viele Betriebe dramatische Lage“. Jedes fünfte Unternehmen leide mittlerweile unter Liquiditätsengpässen. Bei kleinen und mittleren Betrieben mit bis zu 20 Beschäftigten seien es sogar 23 Prozent.

Verkehr und Lagerei am stärksten betroffen

Besonders hart trifft die Insolvenzwelle den Bereich Verkehr und Lagerei. In diesem Sektor gab es von Januar bis April 43,9 Fälle je 10.000 Unternehmen – der höchste Wert aller Branchen. Es folgen das Gastgewerbe und das Baugewerbe. Im Durchschnitt meldeten die Unternehmen 24,1 Pleiten je 10.000 Firmen.

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Zahl der Verbraucherinsolvenzen ebenfalls gestiegen

In den ersten vier Monaten des Jahres 2026 wurden insgesamt 8551 Unternehmensinsolvenzen registriert, ein Plus von 6,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Forderungen der Gläubiger sanken trotz gestiegener Fallzahlen von rund 22,5 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum auf etwa 13,9 Milliarden Euro. Grund dafür sei, dass diesmal weniger wirtschaftlich bedeutende Unternehmen Insolvenz anmeldeten, so die Statistiker. Auch die Verbraucherinsolvenzen nahmen zu: 26.167 Fälle wurden gemeldet, ein Anstieg um 5,1 Prozent.

VID sieht schwieriges Umfeld bestätigt

Der Verband der Insolvenzverwalter und Sachwalter Deutschlands (VID) sieht in den Zahlen einen Beleg für das schwierige Umfeld vieler Firmen. „Vor allem kleine und mittelständische Betriebe im Automobilhandel, im Bereich Verkehr und Lagerei sowie im Gastgewerbe stehen vor Herausforderungen“, sagte VID-Vorstandsmitglied Jutta Rüdlin. „Hohe Kosten, eine verhaltene Konsumnachfrage und eine insgesamt unsichere wirtschaftliche Perspektive schränken den Handlungsspielraum dieser Unternehmen ein.“

Irankonflikt als möglicher Verstärker

Der Irankonflikt sei derzeit kein eigenständiger Treiber der Insolvenzentwicklung, könne aber Belastungen verstärken, etwa durch schwankende Energie- und Rohstoffpreise. „Zum Katalysator einer Insolvenz wird er in der Regel nur dort, wo bereits zuvor grundlegende Schwierigkeiten bestanden“, so der VID. Dies gelte für veraltete Geschäftsmodelle, zu spät getroffene Entscheidungen oder eine versäumte Transformation.

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