Es sind nur ein paar Hundert Meter, doch für Katherina Reiche (CDU) wurde der Dienstagmorgen zu einem echten Auswärtsspiel. In der Kantine des Bundeswirtschaftsministeriums an der Scharnhorststraße in Berlin sind die Beschäftigten des Hauses zur Personalversammlung zusammengekommen. Die Stimmung ist angespannt, denn die Belegschaft hat viel Kritik an der Personalpolitik der Ministerin zu äußern.
Vorwürfe der Belegschaft
Die Mitarbeiter werfen Reiche unter anderem eine mangelnde Kommunikation und ein tiefes Misstrauen gegenüber der eigenen Belegschaft vor. Der Krankenstand im Haus sei alarmierend hoch, was viele auf die schlechte Arbeitsatmosphäre zurückführen. Einige Redner beklagten, dass Entscheidungen über ihre Köpfe hinweg getroffen würden und sie sich nicht ernst genommen fühlten.
Reiches Reaktion
Ministerin Reiche zeigte sich zunächst versöhnlich. Sie betonte, dass sie die Sorgen der Mitarbeiter ernst nehme und bereit sei, in den Dialog zu treten. Allerdings wich sie im weiteren Verlauf der Versammlung von diesem Ton ab und verteidigte ihre Politik. Sie verwies auf die schwierige wirtschaftliche Lage und die Notwendigkeit, unpopuläre Maßnahmen zu ergreifen. „Ich verstehe den Unmut, aber wir müssen das große Ganze im Blick behalten“, so Reiche.
Forderungen der Personalvertretung
Die Personalvertretung forderte konkrete Verbesserungen: mehr Transparenz bei Entscheidungen, regelmäßige Feedback-Gespräche und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Zudem solle das Ministerium mehr in die psychische Gesundheit der Mitarbeiter investieren. Reiche sagte zu, diese Punkte zu prüfen, machte jedoch keine konkreten Zusagen.
Ausblick
Die Personalversammlung endete ohne klaren Durchbruch. Viele Mitarbeiter verließen die Veranstaltung enttäuscht. Es bleibt abzuwarten, ob die Ministerin ihre Personalpolitik tatsächlich anpassen wird oder ob die Kritik im Sande verläuft. Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob Reiche das Vertrauen der Belegschaft zurückgewinnen kann.



