Kanzler Friedrich Merz (CDU) will mehr Menschen in Beschäftigung bringen – Arbeiten soll sich wieder lohnen, auch für die Rente. Doch mit dem faktischen Aus für Minijobs bewirkt die Regierung das Gegenteil. Von maximal 603 Euro Monatslohn blieben netto nur rund 475 Euro übrig – eine satte Gehaltskürzung von 21 Prozent. Denn Minijobber wären nicht mehr von Abgaben für Sozialversicherungen befreit. Und diese 475 Euro wären noch steuerpflichtig – je nach Familieneinkommen. Nur für Schülerjobs soll alles beim Alten bleiben.
Minijobs: Rückgang gefährdet Branchen
Damit macht die Regierung nicht nur das Arbeiten für knapp sieben Millionen Minijobber unattraktiv – und schürt Frust gegenüber der Politik. Sie gefährdet ganze Branchen, die ohnehin unter Personalnot leiden und in denen viele Betriebe schon insolvenzbedroht sind. Die Verlierer wären Gastgewerbe, Einzelhandel, Pflege und Landwirtschaft.
Gastgewerbe besonders betroffen
In der Pandemie sind viele sozialversicherungspflichtig Beschäftigte aus der Gastronomie in andere Branchen abgewandert. Dort lernten sie freie Abende und Wochenenden zu schätzen. Restaurants und Hotels behelfen sich mit immer mehr Minijobbern – diese stellen nun mehr als die Hälfte der Beschäftigten. Jeder Zweite im Gastgewerbe arbeitet als Minijobber, wie ein Foto von Sebastian Gollnow/dpa zeigt. Ohne diese flexible Belegschaft droht vielen Betrieben der Kollaps.
Einziger Gewinner: die Schwarzarbeit
Experten warnen, dass die unattraktiveren Minijobs nicht zu mehr sozialversicherungspflichtigen Stellen führen, sondern zu mehr Schwarzarbeit. Denn viele Minijobber würden ihre Arbeit ganz aufgeben oder in die Illegalität abwandern. Die Politik müsse die Bedürfnisse der Unternehmen und der Beschäftigten gleichermaßen berücksichtigen, um den Arbeitsmarkt nicht zusätzlich zu belasten.



