Supermarkt-Chef schreibt Hilferuf wegen marodierender Kinderbanden
Supermarkt-Chef: Hilferuf gegen Kinderbanden

Geplünderte Regale, aufgerissene Verpackungen, gestohlene Spielsachen – und dann schalten die Kinder auch noch die Kühltruhe ab, sodass sämtliche Lebensmittel verderben. Bashkim Gashi (41), Inhaber von zwei Lebensmittelläden in Bayern, hat genug von den marodierenden Kinderbanden, die seine Supermärkte heimsuchen. In einem öffentlichen Hilferuf wandte er sich direkt an die Eltern: „Liebe Eltern, wir müssen reden … irgendwo hat hier Erziehung versagt.“

Schäden in Höhe von mehreren tausend Euro

Die Vorfälle ereigneten sich in den vergangenen Wochen mehrfach. Gashi beziffert den entstandenen Schaden auf mehrere tausend Euro. Besonders gravierend: Die Täter schalteten die Kühltruhe aus, wodurch verderbliche Ware wie Milchprodukte und Fleisch unbrauchbar wurde. „Das ist kein simpler Diebstahl mehr, das ist mutwillige Zerstörung“, so der Supermarkt-Chef gegenüber unserer Redaktion.

Machtlos gegen die Kinderbanden

Gashi betont, dass er sich machtlos fühle. Die Kinder seien oft unter 14 Jahre alt und damit strafunmündig. Die Polizei könne nur ermahnen, aber keine strafrechtlichen Konsequenzen ziehen. „Ich kann die Kinder nicht festhalten, und die Eltern sind oft nicht erreichbar oder zeigen kein Interesse“, klagt er. Die Taten wiederholten sich immer wieder, teilweise mehrmals pro Woche.

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Reaktionen der Bevölkerung

Gashis Post in den sozialen Medien löste eine Welle der Solidarität aus. Viele Kunden und Anwohner zeigten Verständnis für seine Notlage. „Die Leute sind schockiert, dass so etwas in unserer Stadt passiert“, sagt er. Einige Eltern hätten sich sogar bei ihm gemeldet und ihre Kinder entschuldigt. Dennoch fordert Gashi mehr Unterstützung von der Stadt und der Polizei. „Wir brauchen eine Lösung, sonst müssen wir die Läden vielleicht früher schließen oder Sicherheitspersonal einstellen.“

Hintergrund: Zunehmende Jugendkriminalität

Der Fall in Bayern ist kein Einzelfall. Laut Kriminalstatistik ist die Zahl der Straftaten durch Kinder und Jugendliche in den letzten Jahren gestiegen. Experten sehen die Ursachen in mangelnder Aufsicht, sozialen Problemen und fehlenden Freizeitangeboten. Gashi appelliert an die Gesellschaft: „Es kann nicht sein, dass Händler allein für die Folgen von Erziehungsdefiziten geradestehen müssen.“

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