Kimi Antonelli hat beim Großen Preis von Belgien seinen sechsten Saisonsieg gefeiert und seine Führung in der Formel-1-Weltmeisterschaft weiter ausgebaut. Der 19-jährige Mercedes-Pilot zeigte auf dem Traditionskurs in Spa-Francorchamps eine fehlerfreie Fahrt und gewann vor Charles Leclerc im Ferrari und dem viermaligen Weltmeister Max Verstappen im Red Bull. In der Gesamtwertung hat Antonelli nun 49 Punkte Vorsprung vor dem zweitplatzierten Rekordweltmeister Lewis Hamilton (Ferrari). Einen Zähler dahinter liegt George Russell, der bereits in der ersten Runde ausschied.
Russells frühes Aus nach Kollision mit Hamilton
Antonelli verlor nach dem Start zunächst die Führung an Verstappen, übernahm aber kurz darauf wieder clever die Spitze. Dahinter hatte Teamkollege Russell viel Pech. Der Brite fuhr aggressiv gegen die Konkurrenz und berührte mit seinem Mercedes das Auto von Ferrari-Star Lewis Hamilton. Der Silberpfeil von Russell drehte sich nach dem Kontakt mit seinem früheren Stallrivalen und rutschte ins Kiesbett. Damit war das vorletzte Rennen vor der Sommerpause für ihn schon früh vorbei.
„Ich hatte wieder keine Leistung. Das ist inakzeptabel, Leute. Das ganze Wochenende!“, funkte der wütende Russell an sein Team und offenbarte Batterie-Probleme. Er habe auf der Geraden vor Kurve sechs seine komplette Leistung verloren, sagte der Brite. Während Russell gefrustet ausstieg und Hamilton für den Crash eine Fünf-Sekunden-Strafe erhielt, begann es in der folgenden Safety-Car-Phase kurz zu regnen. Das blieb aber ohne Folgen.
Spannende Kämpfe hinter Antonelli
Auch nach dem fliegenden Neustart behielt Antonelli problemlos die Führung, dahinter wurde hart um die Positionen gekämpft. Leclerc schnappte sich im Ferrari schnell Verstappen und war Zweiter. Kurz darauf tauschten beide schon wieder die Plätze und schenkten sich nichts. Auch Leclerc und Hamilton lieferten sich in den Wäldern in den Ardennen harte Zweikämpfe.
Auf dem mit 7,004 Kilometern längsten Kurs in Formel-1-Kalender war viel Action mit jeder Menge Überholmanövern geboten. Durch die umfassenden Regeländerungen mit dem neuen Energiemanagement ist es nicht mehr möglich, ohne Pause nur Vollgas zu fahren. Nur wer die zur Verfügung stehende Energie gut einteilt, kann um den Sieg fahren. Vollblut-Rennfahrer wie Verstappen haben diesen Umstand immer wieder kritisiert.
Antonelli meistert Reglement am besten
An der Spitze zeigte Antonelli erneut, dass er am besten mit dem Reglement zurechtkommt. Fünfmal hatte der Teenager in dieser Saison zuvor schon nacheinander gewinnen können, zuletzt sammelte er durch technische Probleme aber nicht mehr so viele Punkte. Auch vor zwei Wochen in Silverstone kostete ihn ein Defekt eine bessere Platzierung. Verstappen war in England gar nicht ins Ziel gekommen. Der Niederländer rutschte in der Schlussphase ins Kiesbett und hatte danach über sein Auto geschimpft. In seinem Geburtsland lief es nun wieder besser. Durch einen Windschatten-Trick hatte er sich zunächst den zweiten Startplatz gesichert, im Grand Prix hielt er sich zunächst auch noch clever auf dem zweiten Platz. Dreimal schon hatte Verstappen in der Vergangenheit auf dem Traditionskurs gewonnen.
Leclerc nach Reifenwechsel kurz vorne
In der 18. von 44 Runden holte sich Verstappen als erster der Topfahrer neue Reifen, direkt danach folgte Antonelli. Silverstone-Sieger Leclerc übernahm die Führung und profitierte von einer virtuellen Safety-Car-Phase. Nach seinem Reifenwechsel blieb der Monegasse knapp vor Antonelli. Der Silberpfeil-Fahrer machte sich auf die Verfolgung und kam langsam immer näher.
Zehn Runden vor dem Ende war der Mercedes dann so nah am Ferrari, dass sich Leclerc gegen das Überholmanöver nicht mehr wehren konnte. Allerdings konnte Antonelli nicht wie erwartet problemlos wegfahren, stattdessen blieb Leclerc bis zum Ende gut in seinem Rückspiegel sichtbar. Der einzige Deutsche im Feld, Nico Hülkenberg, verpasste im Audi im Gegensatz zu seinem brasilianischen Teamkollegen Gabriel Bortoleto (8.) klar die Punkte und landete auf dem 13. Platz.



