Lange galt BMW als der Lichtblick der deutschen Autoindustrie. Doch mit der Gewinnwarnung vom Dienstag hat sich das schlagartig geändert. Die Münchner korrigierten ihre Erwartungen drastisch nach unten und prognostizieren im Autogeschäft eine Marge von schlimmstenfalls nur einem und bestenfalls drei Prozent. Das hat mit dem Premiumanspruch wenig zu tun – es sind Werte, die selbst im Volumengeschäft als zu niedrig gelten.
Ein ungeschriebenes Gesetz ist gebrochen
In der deutschen Autobranche galt lange ein ungeschriebenes Gesetz: Egal wie schwierig die Lage in der Industrie ist, BMW bleibt stabil. Die Münchner kämpften zwar auch mit fallenden Erträgen, aber im Vergleich zu den Problemen in Stuttgart, Ingolstadt, Wolfsburg und Zuffenhausen wähnte man sich noch als Sieger. Damit ist es nun vorbei.
Drastische Prognoseänderung
Die Gewinnwarnung kam nicht völlig unerwartet, aber das Ausmaß der Korrektur überraschte. BMW erwartet im Autogeschäft eine operative Umsatzrendite von maximal drei Prozent. Zum Vergleich: Die kriselnde Kernmarke des Volkswagen-Konzerns kam im vergangenen Jahr auf exakt drei Prozent, obwohl das Ziel bei 6,5 Prozent am Ende des Jahrzehnts liegt.
Manche Analysten fragen bereits, ob das Geschäftsmodell von BMW neu ausgerichtet werden müsse – eine Frage, die man sonst eher aus dem VW- und Mercedes-Kosmos kennt. BMW droht damit ein ähnliches Schicksal wie die beiden anderen deutschen Premiumhersteller.



