Der US-Flugzeugbauer Boeing hat im ersten Halbjahr 2026 so viele Verkehrsflugzeuge ausgeliefert wie seit 2018 nicht mehr. Von Januar bis Juni übergab der Airbus-Rivale 314 Maschinen an die Kunden, zwölf Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie Boeing am Dienstag mitteilte. Allein im Juni waren es 64 Flugzeuge nach 60 im Vorjahresmonat.
Airbus bleibt mit 351 Auslieferungen vorn
Damit hinkt Boeing weiter hinter dem europäischen Konkurrenten Airbus her. Airbus übergab im Juni 89 Flugzeuge an die Kunden und steigerte die Zahl der Auslieferungen im ersten Halbjahr um 15 Prozent auf 351 Flugzeuge. Für das Gesamtjahr visiert der französisch-deutsche Konzern nach Reuters-Informationen intern nun 900 Auslieferungen an, das offizielle Ziel liegt aber weiter bei 870.
Boeing fährt 737-Max-Produktion hoch
Auch bei Boeing wird in der zweiten Jahreshälfte mit einer weiteren Steigerung gerechnet. Der US-Konzern arbeitet daran, die Produktion seines Bestsellers 737 Max von derzeit 42 auf 47 Maschinen pro Monat hochzufahren. Technische Probleme und Pannen hatten Boeing jahrelang daran gehindert, mehr 737 Max zu bauen. Insgesamt hat Boeing für diesen Verkaufsschlager nun 7206 Bestellungen erhalten – mehr als für den bisherigen Bestseller 737 Next Generation, der von 1997 bis 2020 gebaut wurde.
Auftragseingang: Boeing bleibt hinter Airbus
Im Juni verbuchte Boeing 121 Flugzeugbestellungen; nach Abzug von Stornierungen liegt der Netto-Auftragseingang bei 113 Maschinen. Im ersten Halbjahr waren es netto 408 Bestellungen. Auch hier liegt Boeing hinter Airbus: In Toulouse summierten sich die Aufträge von Januar bis Juni auf 887 Flugzeuge, netto waren es 822. Der US-Konzern hatte nach zwei Abstürzen von Maschinen des Typs 737 Max mit 346 Todesopfern zunächst mit Versprechen einer Strafverfolgung entgehen können.



