BYD-Vizechefin Stella Li hat im Interview mit AUTO BILD auf dem Goodwood Festival of Speed klargemacht, dass der chinesische Autobauer mit ambitionierten Plänen nach Europa drängt. Bis Ende 2026 will BYD mit 17 Modellen auf dem Kontinent vertreten sein – darunter die Marken BYD, Denza und Yangwang.
BYD will Nummer eins werden
Auf die Frage nach dem Ziel, zum weltweit führenden Autohersteller aufzusteigen, sagte Li: „Unser Ziel ist ambitioniert: Wir wollen das beste Unternehmen in der Industrie werden, dann können wir die Kunden glücklich machen. Genau das haben wir vor.“ Sie betonte, dass BYD nicht aggressiv auftreten wolle, doch die Ambition sei klar.
Technologie als Markenzeichen
Li erklärte, dass BYD in erster Linie ein Technologieunternehmen sei. „BYD heißt für uns Technologie“, so die Vizepräsidentin. Als Beispiel nannte sie den Denza Z, der in Goodwood präsentiert wurde: Mit 1604 PS und einer Beschleunigung von null auf 100 km/h in zwei Sekunden begeistere das Fahrzeug emotional. „Die Leute sehen das Auto und sagen: ‚So cool‘“, sagte Li.
Flash-Charging und Feststoffbatterien
Bis Ende 2026 will BYD in mehreren europäischen Ländern, darunter Deutschland, die Niederlande und Großbritannien, das Flash-Charging mit bis zu 1500 kW Ladeleistung anbieten. Ziel sei es, bis 2027 rund 6000 solcher Schnelllader außerhalb Chinas zu betreiben. Zur Feststoffbatterie-Technologie erklärte Li: „BYD ist in der Führungsposition für Feststoff-Batterien. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann wir diese Batterie-Technologie nutzen.“ 120.000 Ingenieure arbeiteten daran.
Keine Vollhybride, Fokus auf E-Antrieb
Auf die Frage nach konventionellen Vollhybriden stellte Li klar: „Nein, wir produzieren ausschließlich reine E-Autos und Plug-in-Hybride.“ Beide Antriebsarten seien für BYD gleich wichtig. Umweltaspekte spielten eine zentrale Rolle: Eines der Hauptziele laute „Cool the Earth by 1 degree“.
Zölle und Zukunftsvision
Zu möglichen EU-Zöllen auf Plug-in-Hybride wollte Li keine Prognose abgeben: „Wir sind ein privates Unternehmen. Was die EU-Behörden planen, wissen wir nicht. Wir werden sehen.“ Auf die Frage nach der Zukunft der Mobilität jenseits der Elektrifizierung verwies Li auf die kurzen Ladezeiten durch Flash-Charging und scherzte: „Neulich hat sich ein Mitarbeiter sogar bei mir beschwert, das fünf Minuten dauernde Laden ginge ihm zu schnell, weil er kaum Zeit für eine Pause habe.“



