Der ewige Wettstreit zwischen Stuttgart und München erreicht eine neue Eskalationsstufe. Noch bevor der BMW i3 auf den Markt kommt, schickt Mercedes die elektrische Version der C-Klasse ins Rennen. Der Test von Thomas Geiger zeigt: Der E-Benz ist mehr als nur ein Elektroauto – er ist eine Ansage an die Business-Klasse. Kann der elektrische Mercedes die Erwartungen der Geschäftskundschaft erfüllen?
Elektrische C-Klasse als Antwort auf den BMW i3
Mercedes positioniert die elektrische C-Klasse als direkten Konkurrenten zum kommenden BMW i3. Während BMW auf ein kompaktes Stadtauto setzt, bietet die C-Klasse die gewohnte Größe und den Komfort einer oberen Mittelklasse-Limousine. Die Reichweite liegt nach ersten Testfahrten bei über 500 Kilometern, das Aufladen an Schnellladesäulen dauert weniger als 30 Minuten. Damit erfüllt der E-Benz die Anforderungen von Vielreisenden, die täglich weite Strecken zurücklegen.
Die Business-Klasse ist die Zielgruppe: Unternehmensberater, Vertriebsmitarbeiter und Führungskräfte, die auf Zuverlässigkeit und Repräsentanz angewiesen sind. Mercedes setzt auf hochwertige Materialien, ein digitales Cockpit und Assistenzsysteme, die das Fahren auf Autobahnen erleichtern. Thomas Geiger betont in seinem Test: „Die elektrische C-Klasse ist kein Kompromiss, sondern eine echte Alternative zum Verbrenner.“
Fahreindrücke und Alltagstauglichkeit
Im Test überzeugt der E-Benz durch leisen Lauf und kraftvolle Beschleunigung. Die Höchstgeschwindigkeit ist elektronisch auf 180 km/h begrenzt, was für deutsche Autobahnen ausreichend ist. Die Lenkung ist präzise, das Fahrwerk komfortabel abgestimmt. Auch die Ladeinfrastruktur wird thematisiert: Mercedes arbeitet mit Ionity zusammen, um schnelles Laden entlang der Hauptverkehrsachsen zu gewährleisten. Der Testwagen verbrauchte im Schnitt 18,5 kWh pro 100 Kilometer – ein guter Wert für diese Fahrzeugklasse.
Ein kritischer Punkt ist der Preis: Die elektrische C-Klasse startet bei rund 60.000 Euro, ähnlich wie ein vergleichbarer Diesel. Allerdings sinken die Betriebskosten durch geringere Energie- und Wartungskosten. Für Vielfahrer kann sich das schnell amortisieren. Unternehmen, die auf Elektroflotten umsteigen, profitieren zudem von Steuervorteilen und der Möglichkeit, das Fahrzeug als Dienstwagen zu nutzen.
Marktausblick und strategische Bedeutung
Der Launch der elektrischen C-Klasse ist ein wichtiger Schritt für Mercedes im Wettbewerb mit BMW und Audi. Während BMW den i3 als Nischenmodell positioniert, setzt Mercedes auf Volumen: Die C-Klasse ist eines der meistverkauften Modelle der Marke. Mit der elektrischen Variante will Mercedes Kunden halten, die sonst zu Tesla oder anderen Elektro-Pionieren wechseln könnten.
Laut Thomas Geiger ist die C-Klasse elektrisch „eine runde Sache, die keine Wünsche offen lässt“. Besonders hervorzuheben ist die Integration von Mercedes-Benz-Konnektivitätsdiensten, die Routenplanung mit Ladestopps ermöglicht. Auch die Over-the-Air-Updates halten das Auto technisch auf dem neuesten Stand.
Die Auslieferungen beginnen im Herbst 2026. Vorbestellungen sind bereits möglich. Mit der elektrischen C-Klasse unterstreicht Mercedes seinen Anspruch, bei der Elektromobilität führend zu sein – und das Rennen mit München bleibt spannend.



