Chinas Automobilindustrie verzeichnet einen deutlichen Anstieg der Exportzahlen, während der heimische Markt weiterhin mit einer schwachen Nachfrage kämpft. Wie der chinesische Automobilherstellerverband (CAAM) mitteilte, stiegen die Ausfuhren von Personenkraftwagen im Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat um beeindruckende 73 Prozent auf rund 809.000 Fahrzeuge.
Elektro- und Hybridfahrzeuge treiben Exportwachstum
Besonders stark entwickelten sich die Exporte von Elektro- und Hybridautos. Diese verdoppelten sich im Vergleich zum Mai 2022 auf etwa 435.000 Fahrzeuge. Chinesische Autobauer drängen seit längerem verstärkt auf ausländische Märkte, insbesondere in Europa, Südamerika und Südostasien.
Schwächelnder Binnenmarkt
Im Gegensatz zu den Exporten leidet der heimische Automarkt unter einem deutlichen Rückgang. Laut CAAM verkauften die Hersteller in China im Mai rund 1,44 Millionen Personenkraftwagen, was einem Minus von 23,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Besonders stark fiel der Rückgang bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor aus, deren Verkäufe um 41,8 Prozent einbrachen. Elektro- und Hybridfahrzeuge verzeichneten mit rund 947.000 verkauften Einheiten einen geringeren Rückgang von 8,1 Prozent.
Der Verband sprach von „vielfältigen Herausforderungen“ für die Branche, darunter eine unzureichende Inlandsnachfrage, hohe Kosten und „externe Schocks“.
Prognose für Gesamtjahr verschlechtert
Bereits zuvor hatte der Verband für Personenkraftfahrzeuge (CPCA) für Mai einen ähnlichen Negativtrend im chinesischen Markt festgestellt. Der Verband revidierte daraufhin seine Prognose für das Gesamtjahr: Statt eines Rückgangs von einem Prozent erwartet er nun einen Rückgang der Verkäufe um elf Prozent.
Die CPCA führte die schwachen Mai-Verkäufe unter anderem auf den hohen Ölpreis zurück, der die Nachfrage nach Verbrennern dämpfe. Dies beschleunige den Umstieg auf Elektrofahrzeuge, so der Verband.



