Alexander Zverev (29) greift während seiner Matches immer wieder zum Handy – auch in Wimbledon. Was wie eine Ablenkung oder ein Regelverstoß wirkt, hat einen medizinischen Hintergrund. Der Tennisprofi leidet seit 25 Jahren an Typ-1-Diabetes und nutzt das Smartphone zur Überwachung seines Blutzuckerspiegels.
Sensor am Rücken überträgt Daten per Bluetooth
Zverev trägt einen kontinuierlichen Glukosesensor (CGM) am unteren Rücken. Dieser misst permanent den Blutzuckerwert und überträgt die Daten per Bluetooth auf eine App auf seinem Handy. Beim Seitenwechsel wirft er einen kurzen Blick auf die Werte, um seinen Zustand zu prüfen. Das Gerät selbst ist im Flugmodus und ohne WLAN-Verbindung, sodass er für Anrufe oder Nachrichten nicht erreichbar ist – auch nicht für seine Freundin Sophia Thomalla (36). „Wir haben eine stabile Beziehung“, sagt der French-Open-Sieger dazu.
Fehlerhafter Sensor in Halle: Fast eine Unterzuckerung
Dass die Technik nicht immer zuverlässig ist, erlebte Zverev beim Turnier in Halle/Westfalen kurz vor Wimbledon. Vor dem Halbfinale gegen Taylor Fritz (28) zeigte der Sensor falsche Blutwerte an. Zverev fühlte sich unterzuckert, doch der Sensor gab normale Werte vor. Er reagierte mit einer Insulinspritze – eine gefährliche Fehleinschätzung. „Ich habe dann 350 Gramm Zucker über Gels zu mir genommen“, erklärte der Olympiasieger von 2021. Die Verwirrung um den Blutzucker beeinträchtigte seine Leistung, er verlor das Match deutlich.
Zverevs Diabetes-Management auf dem Platz
Die regelmäßige Kontrolle ist für Zverev überlebenswichtig. Neben der App-Nutzung gehört auch das Spritzen von Insulin zu seinem Matchalltag. Er trägt dafür ein Insulin-Pen bei sich. Die Kombination aus körperlicher Anstrengung und Stress kann den Blutzucker stark schwanken lassen. „Es ist eine Herausforderung, aber ich habe gelernt, damit umzugehen“, so Zverev. Am Sonntag (17 Uhr, Prime Video live) trifft er im Wimbledon-Finale auf die Nummer 1 der Welt, Jannik Sinner (24).



